Zirkuskunst statt Komasaufen

19.08.2009 | Schwäbisch Gmünd
Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen ist ein wachsendes Problem. Die GEK fördert deshalb zwei Selbsthilfe-Initiativen, die sich in der Suchtprävention engagieren. Finanzielle Unterstützung erhalten das Zirkus-Projekt "Kindheit erleben" der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), das speziell für Kinder aus suchtbelasteten Familien entwickelt wurde, und der Verein Dorkas-Gruppen e.V. für Russlanddeutsche und russische Migranten.

GEK Vorstand Dr. Rolf-Ulrich Schlenker lobt den Präventionsansatz: "Nicht der Problembezug steht im Vordergrund, sondern das Erlebnis von Kreativität und Gemeinsamkeit."

"Statt breit Alkoholverbote zu fordern, sollten wir gezielt Prävention unterstützen", fordert Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, Chef der GEK. Das Zirkus-Projekt und die Dorkas-Gruppen seien gute Beispiele dafür, wie man Jugendliche in einem schwierigen Umfeld anspricht. "Sie bieten Rückzugsräume jenseits der Suchtproblematik und vermitteln neue Perspektiven."

Beide Initiativen wenden sich an ganz spezielle Zielgruppen. Das Zirkus-Projekt "Kindheit erleben" ist für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien. An zwei Wochenenden erleben diese die Magie der Manege und die Welt der Zirkuskunst. Jonglieren, Einradfahren, Seillaufen oder Akrobatik - alles können sie ausprobieren und unter Anleitung erlernen. Im spielerischen Miteinander werden Fähigkeiten erkundet, Interessen vertieft und Sozialkompetenzen erweitert. Am Ende steht die Aufführung eigener Zirkusnummern, die filmisch festgehalten werden.

Hilfestellung für Betroffene

Dorkas-Gruppen e.V. gehört zum Fachverband Drogen- und Rauschmittel e.V. und versteht sich als Anlaufstelle für Russlanddeutsche und Aussiedler aus den GUS-Staaten sowie russischsprachige Migranten - mit insgesamt 3,5 Millionen Menschen die größte Migrationsgruppe in Deutschland. Der Verein fördert die Integration in die deutsche Gesellschaft, pflegt Gemeinsamkeiten und gibt Hilfestellung.

Anfang August hatte die Gmünder Ersatzkasse aktuelle Zahlen zu alkoholbedingten Krankenhausaufenthalten Jugendlicher vorgestellt. Demnach haben sich bei 14- bis 20-Jährigen die Krankenhauseinweisungen wegen Alkoholmissbrauchs zwischen 2002 und 2008 verdoppelt. Überdies gaben 17 Prozent der Interviewten an, nach einem Klinikaufenthalt wegen Alkoholvergiftung ihr Trinkverhalten beizubehalten oder zu steigern. 83 Prozent trinken eigenen Angaben zufolge danach zwar weniger, aber immer noch viel häufiger und mehr Alkohol als die Jugendlichen einer Vergleichsgruppe.

Quelle: Pressemeldung Gmünder ErsatzKasse GEK

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