Winn: Das ist der Abgrund ideologisch verbrämten Wahnsinns

30.11.2007 | Berlin
"Entsetzt" hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Kuno Winn, auf den Vorschlag des SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Wolfgang Wodarg reagiert, Spenderorgane künftig nur noch Kassenpatienten zugänglich zu machen.

"Damit sind wir am Tiefpunkt politischer Auseinandersetzung angekommen, hier stehen wir am Abgrund eines ideologisch verbrämten Wahnsinns", sagte Winn. Zu Ende gedacht heißt Wodargs Vorschlag nämlich, dass einem kranken GKV-Patienten auch kein Organ eines privat versicherten Patienten transplantiert werden dürfe. Dies sei an Absurdität nicht mehr zu überbieten. Ausgerechnet diejenigen, die ständig vor einer angeblichen Tendenz zur Zwei-Klassen-Medizin warnten, machten sich damit auf den Weg, bei dem hoch sensiblen Thema Organspende ihre eigene Zwei-Klassen-Gesellschaft zu schaffen. "Weder sind gesetzlich versicherte Patienten die besseren Menschen noch privat Versicherte", sagte Winn. Beiden müsste ohne Wenn und Aber geholfen werden. "In der Konsequenz bedeutet die Haltung von Herrn Wodarg, dass er einen privat versicherten Patienten lieber sterben lässt, als ihm mit einer Organspende das Leben zu retten. Das ist eine Schande, erst recht, wenn man sich vor Augen hält, dass Herr Wodarg selber Arzt ist", sagte Winn. Vor diesem Hintergrund sei aus Sicht Winns zu prüfen, ob der Abgeordnete Wodarg seinen Beruf als Arzt künftig überhaupt noch ausüben dürfe. Hier müsse die Kammer tätig werden.

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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