Wiedereinführung des Internisten ohne Schwerpunkt: Qualifizierte hausärztliche Versorgung bedroht
Nachdem in den ersten Landesärztekammern die (Muster-)Weiterbildungsordnung mit der Einführung des Internisten ohne Schwerpunkt umgesetzt wurde, warnt der Deutsche Hausärzteverband noch einmal eindringlich vor den Folgen dieser Entscheidung für die Allgemeinmedizin und damit für die qualifizierte hausärztliche Versorgung.
"Mit großen Anstrengungen war es vor dem 105. Deutschen Ärztetag in Rostock gelungen, die Weiterbildung für Hausärzte in Deutschland zu vereinheitlichen. Dies diente der Qualität der Versorgung ebenso wie einer klaren Orientierung für den ärztlichen Nachwuchs" betont Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes. Immer noch hinke die Zahl der Weiterbildung im hausärztlichen Versorgungsbereich dem Bedarf hinterher.
Mit der Wiedereinführung des Internisten ohne Schwerpunkt wird diese Entwicklung geradezu konterkariert. Es entsteht für junge Ärztinnen und Ärzte eine Weiterbildungssackgasse, da der abgeschlossene Facharzt für Innere Medizin ohne Schwerpunkt weder in der stationären Versorgung eine Entwicklungsmöglichkeit haben wird und nach dem Beschluss des 110. Deutschen Ärztetages in Münster auch gar nicht für die ambulante Versorgung vorgesehen ist. Die Qualifikation für die hausärztliche Versorgung könnte dann erst nach Ableistung der zweijährigen Praxisphase erreicht werden. Damit wird die Weiterbildung der Hausärzte unnötig in die Länge gezogen, wenn die nachwachsende Ärztegeneration zunächst in die klinische Weiterbildung zum Internisten gelotst wird. Es ist weltweit Allgemeingut, dass hausärztliche Medizin in der Klinik nicht gelernt werden kann.
Weigeldt weiter: "Wenn, wie jetzt vom Internistenverband, behauptet wird, dass die hausärztliche Versorgung ohne Internisten nicht sichergestellt werden kann, belegt dies einmal mehr die Notwendigkeit, sich um die Weiterbildung des qualifizierten Hausarztes, des Facharztes für innere und Allgemeinmedizin besonders zu bemühen."
Der 110. Deutsche Ärztetag in Münster und die Landesärztekammern tragen mit der Wiedereinführung Mitverantwortung für den absehbaren Mangel an qualifiziert weitergebildeten Hausärzten und damit auch für eine Verschlechterung der Primärversorgung in Deutschland.
Quelle: Pressemeldung Deutscher Hausärzteverband e.V.
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