Unverhältnismäßige Honorarsteigerungen für Ärzte

29.08.2008 | Schwäbisch Gmünd
Zum gestrigen Verhandlungsergebnis zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem GKV-Spitzenverband der Krankenkassen erklärt Alexander Stütz, stellvertretender Vorstands- vorsitzender der Gmünder ErsatzKasse GEK:

"Soeben hat eine der besser verdienenden Berufsgruppen im Land ein Honorarplus von mehr als zehn Prozent erzielt. Ab dem Jahr 2009 erhalten die niedergelassenen Ärzte rund 2,5 Milliarden Euro zusätzliches Honorar. Für den einzelnen Arzt bedeutet das durchschnittlich rund 16.000 Euro mehr Einkommen im Jahr.

Diese unverhältnismäßige Steigerung kam auch zustande, weil Politiker im Vorfeld bereits konkrete Zusagen in Milliardenhöhe gemacht und damit die Verhandlungsposition der Kassen von vornherein geschwächt haben. Die GEK befürchtet, dass der Honorarzuwachs keine positiven Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung und die Motivation der Ärzte haben wird. Im Gegenteil, jetzt stellen sich führende Standesvertreter hin und sprechen von 'seit langem überfälliger Nachzahlung' (Freie Ärzteschaft), 'billigem Kompromiss' (NAV-Virchow-Bund) und 'Minimalforderungen' (Hartmannbund), die damit eingelöst seien. Zur Erinnerung: Heute liegt der allgemeine Beitragssatz durchschnittlich bei 14,9 Prozent des Bruttolohns.

Die vereinbarten 2,5 Milliarden Euro Honorarzuwachs bedeuten umgerechnet zusätzliche 0,25 Beitragssatzpunkte. Diese Prozentpunkte wird die Bundesregierung aufschlagen müssen, wenn sie im Oktober den Einheitsbeitragssatz festlegt."

Quelle: Pressemeldung Gmünder ErsatzKasse GEK

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