Stürze: Stolperfallen sofort und konsequent beseitigen

30.04.2010 | Köln
Kurz mal nicht richtig hingesehen und schon ist es passiert: Das Stolpern, Rutschen und Stürzen, von Experten kurz als "SRS-Unfälle" zusammengefasst, gehört mit knapp 25 Prozent in Deutschland seit Jahren zu den häufigsten Arbeitsunfällen, so die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft VBG.

Und keineswegs geht es immer glimpflich ab: Wegen SRS sowohl am Arbeitsplatz als auch im Haushalt kamen 2007 mehr als 7.700 Menschen zu Tode, weit mehr als im Straßenverkehr.

"Dabei lassen sich Stolperfallen meist einfach und schnell eliminieren", weiß Werner Lüth, Sicherheitsingenieur von TÜV Rheinland. Typische Fallen im Büro wie privat: hochstehende Teppichkanten oder lose textile Bodenbeläge. Generell gilt: nasse Böden meiden, verschüttete Flüssigkeiten sofort aufwischen, nasses Schuhwerk sofort tauschen.

Glatte Treppenstufen lassen sich mit Fliesen zum Aufkleben entschärfen. Bei der Auswahl von Bodenbelägen wie Laminat oder Fliesen ist der so genannte Rutschhemmungsgrad wichtig. Je höher die Bezeichnung auf der Verpackung, desto stärker die Rutschhemmung. "In Küche und Bad gehört möglichst die Bewertungsgruppe R10", rät Werner Lüth. Die Unterschiede zwischen angrenzenden Bodenbelägen sollten aber höchstens ein bis zwei Grade betragen. Denn die Stärke der Rutschhemmung ist den Fliesen nicht anzusehen. Bei einem abrupten Bodenbelagswechsel kann eine zu schwungvolle Gangart ebenfalls zum Sturz führen. Um die Stolpergefahr auf Treppen zu minimieren, sollten Stiegen immer ausreichend beleuchtet sein. Wer viel zu tragen hat, sollte nicht zu hoch stapeln: "Lieber häufiger gehen, die freie Sicht auf die Treppenstufen ist unerlässlich", betont der Arbeitsschutzexperte.

Ungenutzte Gegenstände gehören in oder auf Schränke und nicht auf die Treppe oder den Fußboden. Für hochgelegene Aufbewahrungsfächer sind Tritthilfen wie Aufstiege oder Leitern mit breiter Trittfläche heranzuziehen. Blumenkübel oder Stühle stehen zwar meist griffbereit, sind zum Besteigen aber ungeeignet: Sie kippen oder brechen schnell. Leitern sollte man sich vor dem Aufstieg näher anschauen: Die Holme, Tritte oder Sprossen dürfen nicht geknickt oder gekerbt sein, ansonsten besteht Bruchgefahr. Stehleitern müssen immer bis zum Anschlag gespreizt werden, rutschhemmende Leiterfüße sorgen für einen sicheren Stand.

Quelle: Pressemeldung TÜV Rheinland Holding Aktiengesellschaft

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