Schaps: Zwang fördert den Ärztemangel

07.10.2005 | Berlin
Dr. Klaus-Peter Schaps, Vorsitzender des Arbeitskreises "Ausbildung, Weiterbildung und Niederlassung" im Hartmannbund, hat darauf hingewiesen, dass ein Zwang, in unterversorgten Regionen zu arbeiten, das Problem des Ärztemangels nicht löse sondern noch verschärfe.

Schaps reagierte damit auf Überlegungen von Johann-Magnus von Stackelberg, Vorstand im AOK-Bundesverband, ein entsprechendes Pflichtjahr für junge Mediziner einzuführen, um dem Ärztemangel in ländlichen Regionen zu begegnen.

"Dieser Vorschlag ist völlig absurd", urteilte Schaps und forderte Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen auf, eine angemessene Vergütung von Landärzten bei vielen Patienten sicher zu stellen, nur so sei die Sicherstellung der medizinischen Versorgung bei gleichzeitiger Verschärfung des Ärztemangels realisierbar. Für den Ärztemangel seien nicht zuletzt die schlechten Arbeitsbedingungen ursächlich.

Angelika Haus, stellvertretende Vorsitzende des Hartmannbundes, ergänzte in diesem Zusammenhang, dass zum Beispiel die generelle Einführung der Kostenerstattung in unterversorgten Gebieten junge Ärztinnen und Ärzte motivieren würde, dort tätig zu werden, da sie so von Bürokratie entlastet und nicht mehr budgetiert würden.

"Den Arztberuf weiter zu diskreditieren, indem man Ärzten nun auch noch vorschreibt, wo sie ein Jahr zu leben und zu arbeiten haben, kann das Problem nicht lösen", stellte Haus fest und betonte, dass es darum gehen müsse, die Rahmenbedingungen für Ärzte zu verbessern und nicht weiter zu verschlechtern. Eine Pflichtjahr sei eine echte Entwicklungsbremse, die sicher viele Ärzte von einer Niederlassung abhalte und sie letztlich in alternative Berufsfelder treibe.

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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