SIGNAL IDUNA Gruppe und Baloise Group einigen sich auf Eckpunkte der Neuordnung des Deutschen Ring

27.04.2010 | Hamburg, Basel, Dortmund
Die Vorstände der SIGNAL IDUNA Gruppe und die Vorstände der Baloise Group haben sich auf die Eckpunkte einer Neuordnung der Deutscher Ring-Versicherungsgesellschaften geeinigt: Danach werden die Baloise-Töchter Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG und Deutscher Ring Sachversicherungs-AG (DR Leben/Sach) vom Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a.G. (DR Kranken) getrennt.

Alle Mitarbeiter erhalten ein Arbeitsplatzangebot und werden in Zukunft nur noch einen Arbeitgeber haben. Von den Mitarbeitern mit Doppelarbeitsverträgen bekommt die Hälfte ein Arbeitsplatzangebot von der DR Leben und die andere Hälfte von der DR Kranken/SIGNAL IDUNA Gruppe. Die gemeinsame Stammorganisation der Deutscher Ring-Versicherungs-gesellschaften wird ebenfalls neu geordnet. Eine Absichtserklärung wurde jetzt unterzeichnet, ein entsprechender Vertrag soll in Kürze folgen.

Reinhold Schulte, Vorstandsvorsitzender der SIGNAL IDUNA Gruppe, sagt: "Mit der Verhandlungslösung schaffen wir Klarheit und Sicherheit für die Mitarbeiter des Deutschen Ring und können nun eine Neuordnung zügig umsetzen. Gleichzeitig haben wir die Attraktivität des Deutscher Ring Kranken und damit der SIGNAL IDUNA Gruppe für unsere Mitglieder, Kunden, Vertriebspartner und unsere Mitarbeiter erheblich erhöht, denn wir haben unsere Vertriebskraft, unser Produktangebot und die Entwicklungsmöglichkeiten im Konzern gestärkt."

Dr. Frank Grund, Vorstandsvorsitzender von DR Leben/Sach und Basler Versicherungen, erklärt: "Wir freuen uns, dass die Zeit der Unsicherheit für alle Beteiligten nun endlich beendet ist. Mit der Einigung haben wir eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um unseren im März letzten Jahres angekündigten Plan jetzt mit voller Kraft umzusetzen und DR Leben/Sach und Basler Versicherungen enger miteinander zu verzahnen. Dabei werden wir Hamburg zum Kompetenzzentrum Leben und Bad Homburg zum Kompetenzzentrum Sach ausbauen."

Neuordnung der gemeinsamen Stammorganisation

Die Vertriebspartner, die bisher für den Vertrieb aller drei Deutscher Ring-Versicherungsgesellschaften zuständig waren, haben das Angebot, künftig entweder in die Stammorganisation von SIGNAL IDUNA/DR Kranken oder DR Leben/Sach zu wechseln.

Um größtmögliche Kontinuität für Kunden zu gewährleisten, wechseln die Vertriebspartner mit ihren Versicherungsbeständen. Die Bestände selbst verbleiben bei DR Leben/Sach beziehungsweise DR Kranken, werden aber trotz des Wechsels von den Vertriebspartnern weiter betreut. Im Ergebnis werden die Sach- und Leben-Bestände künftig zu 55 Prozent von Vertriebspartnern der Baloise-Seite und zu 45 Prozent von Vertriebspartnern der SIGNAL IDUNA betreut. Für die Krankenbestände ist ein Verhältnis von 50/50 vorgesehen. Für den Wertverlust im Bestand der DR Sach sowie den Verlust von Vertriebskraft der DR Leben zahlt die SIGNAL IDUNA Gruppe einen Ausgleich.

In Zukunft werden die Vertriebspartner, die zur DR Leben/Sach wechseln, wie bisher Produkte von DR Leben/Sach sowie Basler Versicherungen vertreiben. Darüber hinaus werden sie exklusiv Produkte des DR Kranken vertreiben. Die Vertriebspartner, die zur SIGNAL IDUNA Gruppe wechseln, werden in Zukunft neben den Produkten des DR Kranken auch die Lebens- und Sachversicherun-gen der SIGNAL IDUNA Gruppe anbieten.

Neuordnung des Maklervertriebs

Die Makler und Mehrfachagenten sollen auch weiterhin optimal unterstützt werden. Hier wird der Maklervertrieb spartenbezogen aufgeteilt und die exzellente Positionierung des DR Kranken und der DR Leben/Sach in den jeweiligen Gesellschaften fortgeführt.

Arbeitsplätze für alle Mitarbeiter

Die Mitarbeiter der Verwaltungsbereiche, die Doppelarbeitsverträge haben, werden je zur Hälfte zur DR Leben und zur DR Kranken/SIGNAL IDUNA Gruppe wechseln.

Die Neuordnung orientiert sich an dem bisherigen Tätigkeitsschwerpunkt und den operativen Notwendigkeiten. Die persönlichen Präferenzen der Mitarbeiter werden nach Möglichkeit berücksichtigt, unter Besitzstandswahrung am Standort Hamburg. Ziel ist es, dass in Zukunft jeder Arbeitnehmer nur noch einen Arbeitgeber hat.

Die Vertragspartner haben zugesichert, dass bis zum Abschluss der Neuordnung alle Prozesse, die für den ordnungsgemäßen Geschäftsablauf notwendig sind, aufrechterhalten werden.

DR Leben/Sach und DR Kranken werden Gespräche mit den Betriebsräten aufnehmen, um eine gute Lösung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden.

Neuordnung der gemeinsamen Beteiligungen

Der DR Kranken übernimmt seinen Anteil von 17,56 Prozent an der OVB Holding AG und hält danach 21,28 Prozent. Nach dem Eckpunktepapier haben sich die Parteien darauf geeinigt, nach Abschluss des Entflechtungsvertrages die künftige Besetzung des Aufsichtsrates der OVB einvernehmlich zu regeln. SIGNAL IDUNA und Baloise Group stellen jeweils zwei Vertreter im Aufsichtsrat der OVB; die SIGNAL IDUNA erhält den Vorsitz und benennt zusätzlich einen dritten, unabhängigen Vertreter. Beide Parteien sind an einer erfolgreichen Weiterentwicklung der OVB interessiert und werden zum besten Wohle des Unternehmens zusammenarbeiten. Sie wahren ihre Interessen wie bisher über einen Stimmbindungsvertrag.

An der Deutscher Ring Bausparkasse bleibt der DR Kranken unverändert beteiligt. DR Leben/Sach übernimmt die 35-prozentige Beteiligung der DR Kranken an der ZEUS Vermittlungsgesellschaft, wird dadurch alleiniger Eigentümer und unterstützt das Unternehmen bei der eingeleiteten Neuausrichtung. Auch die übrigen Beteiligungen werden gemeinsam neu geordnet.

Beide Parteien werden die Marke "Deutscher Ring" jeweils mit dem Zusatz für das Lebens-, Sach- beziehungsweise Krankenversicherungsgeschäft weiterführen.

Die Kosten der Entflechtung tragen beide Parteien im Verhältnis der langjährigen Kostenschlüssel. Damit entfallen 60 Prozent der Kosten auf die Baloise Group und 40 Prozent auf die SIGNAL IDUNA Gruppe.

Integration Baloise Group

Die Baloise Group wird nach der Entflechtung die engere Vernetzung ihrer Deutschlandgesellschaften vorantreiben, um so eine Plattform für ertragreiches Wachstum zu schaffen. Die bestehenden Stärken werden in Kompetenzzentren gebündelt, die Produktpaletten zu einem starken Angebot vernetzt. DR Leben/Sach werden zusammen mit den Basler Versicherungen die strategische Geschäftseinheit der Baloise Group in Deutschland bilden.

Dr. Martin Strobel, Vorsitzender der Konzernleitung der Baloise Group, erläutert: "Die Neuordnung ist eine sehr gute Nachricht für unsere Mitarbeiter, unsere Kunden, unsere Vertriebspartner und auch unsere Aktionäre, weil wir damit eine klare Grundlage für die weitere erfolgreiche Entwicklung der Baloise Gruppe gelegt haben. Unser Business Case in Deutschland ist voll intakt." Die Baloise Group geht von jährlichen Synergien für sich in Höhe von 20 bis 25 Mio. Euro aus. Dem stehen einmalige Kosten gegenüber, die etwa dem 1 bis 1,5-fachen einer Jahressynergie entsprechen. Diese einmaligen Kosten der Baloise Group umfassen die Entflechtung und die engere Verzahnung der deutschen Gesellschaften.

Integration DR Kranken

Der DR Kranken wird als eine Obergesellschaft des Gleichordnungskonzerns SIGNAL IDUNA fortgeführt.

Reinhold Schulte, Vorstandsvorsitzender der SIGNAL IDUNA Gruppe, erläutert: "Die SIGNAL IDUNA Gruppe wird somit in Zukunft mit zwei Krankenversicherungsvereinen am Markt auftreten und so ihre Stärke bei Maklern, freien Vertrieben, Außendienstpartnern und bei Kunden innerhalb der Gruppe ausbauen und für sich nutzen." Schulte führt weiter aus: "Durch die erhebliche Erweiterung der Vertriebskraft in der Ausschließlichkeit und den umfangreichen Maklervertrieb wird die SIGNAL IDUNA Gruppe weiter gestärkt."

Auch die SIGNAL IDUNA Gruppe wird bei der Integration Synergien heben.

Nächste Schritte

Grundlage für die heute bekannt gegebene Einigung ist ein von den Parteien unterzeichneter Letter of Intent. Auf dieser Basis soll in den nächsten Wochen ein Vertrag verhandelt werden, der die Grundlage für Verhandlungen mit dem Betriebsrat darstellt. Die Einigung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gremien.

Quelle: Pressemeldung Deutscher Ring

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