Risikofaktoren: Vorhofflimmern nur die Spitze des Eisbergs

21.12.2009 | Gütersloh
Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe erwartet weltweite Zunahme der lebensstilbedingten Risikofaktoren

Etwa 800 000 Menschen in Deutschland sind von Vorhofflimmern betroffen. Aufgrund von Studiendaten geht die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe davon aus, dass sich die Anzahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 verdreifachen könnte. Diese Entwicklung wird voraussichtlich auch erhebliche Auswirkungen auf die jährlichen Schlaganfall-Neuerkrankungen haben. Schon heute wird fast jeder fünfte Schlaganfall durch Vorhofflimmern verursacht - Tendenz steigend! Dies sei vor allem auf die steigende Lebenserwartung und der Zunahme der lebensstilbedingten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht in den westlichen Ländern zurückzuführen, so die Schlaganfall-Hilfe. Vorhofflimmern allein erhöht das Schlaganfall-Risiko bereits um das bis zu 5-fache.

"Beunruhigend ist, dass der Risikofaktor nicht ausreichend in der Bevölkerung bekannt ist und sich die Prognose bei den Betroffenen progressiv weiter verschlechtert, wenn eine Diagnose ausbleibt und keine Therapie einsetzt", erklärt Markus Wagner, Präventionsexperte der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Die Ergebnisse einer internationalen Umfrage bei mehr als 1 600 Kardiologen und Patienten in 11 Ländern aus dem Jahr 2009 bestätigen den Bedarf der Patienten an besserer Aufklärung über das Vorhofflimmern. Deshalb haben die Stroke Alliance for Europe (SAFE) als europäisch ausgerichtete Patientenorganisation und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe Maßnahmen entwickelt, die zum einen den geringen Kenntnisstand der komplexen Erkrankung Vorhofflimmern verbessern und zum anderen Partnern aus Politik und Gesundheitswesen die Notwendigkeit einer umfassenden Schlaganfall-Prävention aufzeigen. So hat SAFE zum Beispiel ein Grundsatzprogramm zu den Grundzügen der Schlaganfall-Prävention,

  • Behandlung und -Nachsorge in die unterschiedlichen Sprachen der 23 Mitgliedsorganisationen übersetzt und für die jeweilige nationale Aufklärungsarbeit zur Verfügung gestellt.

"Die eigentliche Herausforderung für die Gesundheitssysteme besteht nicht nur darin, sich auf einen einzelnen Risikofaktor und eine in der Regel bereits ältere Hochrisikogruppe zu konzentrieren, sondern das kardiovaskuläre Risiko in der gesamtem Bevölkerung zu senken. Vorhofflimmern ist nur die Spitze des Eisbergs einer weltweiten Epidemie kardiovaskulärer Risikofaktoren", so Wagner, der auch Präsident der Stroke Alliance for Europe ist.

Quelle: Pressemeldung Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

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