Rheumatoide Arthritis und integrierte Versorgung: Effektivität durch Vernetzung

29.01.2008 | Darmstadt
Die "integrierte Versorgung" ist seit geraumer Zeit in aller Munde und ein vom Gesetzgeber ausdrücklich gefordertes Verfahren. Vor allem bei chronischen Erkrankungen, wie der rheumatoiden Arthritis, kann eine enge Abstimmung aller Beteiligten die Effizienz der Therapie deutlich erhöhen:

Wird z.B. eine Low-Dose-Corticoidtherapie langfristig durchgeführt, bedarf es einer engen und effektiven Zusammenarbeit von Patient, Allgemeinmediziner, Rheumatologe und Klinik. Wie diese ablaufen kann, stellten Experten am Beispiel des "Berliner Modells", an dem u.a. die Schlossparkklinik beteiligt ist, bei einem Pressegespräch vor.

Die rheumatoide Arthritis (RA), eine chronisch-entzündliche Systemerkrankung mit weit reichenden Folgen für die Betroffenen, ihre Angehörigen und die Sozioökonomie, bedarf einer frühzeitigen, engmaschigen und konsequenten Therapie. Optimale Behandlungsergebnisse, also eine anhaltende Beeinflussung der Gelenkdestruktion und der Funktionseinschränkungen, können nur durch eine stringente sowie durchgängig abgestimmte Betreuung erreicht werden. Eine unzureichende Behandlung hingegen kann schnell zu schweren Funktionseinbußen und letztendlich zur Pflegebedürftigkeit führen. Doch von einer effektiven Zusammenarbeit der einzelnen Bereiche ist man häufig noch weit entfernt. Oft müssen Patientinnen und Patienten zwischen stationärer und ambulanter Behandlung oder beim Übergang in Rehabilitationsmaßnahmen die Koordination selbst übernehmen. "Vor diesem Hintergrund haben wir in Berlin ein Netzwerk aufgebaut", erläuterte Frau Dr. Rieke E.H. Alten, Berlin. "Die Schlossparkklinik steht in engem Kontakt zu niedergelassenen Hausärzten, Rheumatologen, der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin und weiteren Partnern." Aus Akteuren im Gesundheitssystem werden Partner, die zusammenarbeiten und ihre jeweiligen Leistungen auf ein gemeinsames Behandlungsziel hin abstimmen. Dadurch wird die Qualität der medizinischen Versorgung für die Patientinnen und Patienten spürbar verbessert.

In der Schlossparkklinik erhalten die Patienten nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie eine Komplextherapie. Neben der Medikation umfasst diese eine physiotherapeutische und physikobalneologische Therapie, Ergotherapie, Diätetik und Schulung. Die Verlaufsdiagnostik und Therapie wird durch eine konsiliarische, ambulante Weiterbetreuung des Patienten gewährleistet - gegebenenfalls erfolgt eine stationäre Verlaufsbehandlung. Darüber hinaus erhält der Patient in der Klinik eine sozialmedizinische Betreuung und somit Informationen zu Hilfen im Alltag.

Im Berliner Modell werden außerdem Krankheitsaktivitätsparameter, Funktionsparameter und Lebensqualitätsparameter zu Beginn und im weiteren Verlauf der Behandlung in einer Langzeiterhebung erfasst. Diese Daten sollen Aufschluss über den Therapieverlauf und Optimierungsmöglichkeiten geben und mögliche, noch weiter zu verbessernde Aspekte der integrierten Versorgung erkennen helfen.

Von der engen Zusammenarbeit mit der Schlossparkklinik und den anderen medizinischen Leistungserbringern berichtete auch Dr. Jörg Förstermann, hausärztlich tätiger Facharzt für innere Medizin, Berlin: "Von der Koordination des ambulanten und stationären Bereichs profitieren nicht nur die Patienten. Eine stringente, in allen Bereichen abgestimmte Therapie ermöglicht über optimale Behandlungsergebnisse hinaus allen Beteiligten ein effektives Zeit- und auch Finanzmanagement." Beim so genannten Hausarztmodell nimmt der Hausarzt die Erstuntersuchung vor und bespricht im Anschluss daran mit dem Patienten, welche Schritte eingeleitet werden sollten. Ist es ratsam, einen Facharzt einzuschalten oder eine stationäre Therapie durchzuführen, so wird dem Patienten nicht nur die Überweisung ausgehändigt, sondern von den Sprechstundenhilfen gleich die Terminkoordination übernommen. Die fachärztlichen Untersuchungsergebnisse werden dem behandelnden Hausarzt übermittelt und von diesem verwaltet. So wird gewährleistet, dass dem Patienten immer ein kompetenter Ansprechpartner zur Seite steht und wichtige Behandlungsinformationen jederzeit bereit stehen.

Quelle: Pressemeldung Merck Serono GmbH

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