Patienten mit Hepatitis und Lebertumoren profitieren von der Forschung
Aktuelle Ergebnisse aus Forschung und klinischer Praxis rund um Leberkrebs, Hepatitis und Leberzirrhose sind Themen zweier hochkarätiger Expertentreffen in Heidelberg: Am 29. und 30. Januar 2009 finden sich die weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Leberforschung zu einem Workshop "Translational Research in Chronic Liver Diseases" zusammen. Am 30. und 31. Januar treffen sich mehr als 400 Wissenschaftler und Ärzte aus dem deutschsprachigen Raum zur 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft zum Studium der Leber (GASL). Beide Veranstaltungen finden im Hörsaalzentrum Chemie, Im Neuenheimer Feld 252, 69120 Heidelberg, statt.
An Lebererkrankungen leiden schätzungsweise 3,5 Millionen Menschen in Deutschland. Die Ursachen sind vielfältig: Übermäßiger Alkoholkonsum, falsche Ernährung oder angeborene Stoffwechselstörungen, insbesondere im Fett- oder Eisenstoffwechsel, können die Auslöser sein. Auch chronische Virushepatitis B oder C, Erkrankungen des Immunsystems sowie Umweltgifte und Medikamente schädigen die Leber. Aggressive Lebertumoren können die Folge sein; die bisherigen Behandlungsmöglichkeiten sind noch begrenzt.
Ein Schwerpunkt der Vorträge, Posterpräsentationen und Diskussionen ist die Frage, wie neue Erkenntnisse aus der Leberforschung möglichst schnell in die Versorgung der Patienten Eingang finden. "Ziel des Kongresses ist, aktuelle Entwicklungen in der translationalen Forschung vorzustellen, die weltweit führenden Vertreter der Leberforschung zur Diskussion zusammen zu führen und neue Kooperationen zu stiften", erklärt Professor Dr. Peter Schirmacher, Geschäftsführender Direktor des Pathologischen Instituts der Universität Heidelberg und Präsident der GASL.
Neue Medikamente hemmen Tumorwachstum
Besonders Patienten mit Lebertumoren oder chronischer Hepatitis B und C profitieren von einer schnellen Anwendung aktueller Forschungsergebnisse: "In diesen Bereichen ist viel in Bewegung", so Professor Schirmacher. Hier schafft die Grundlagenforschung ein genaueres Verständnis der Stoffwechselvorgänge in der Tumorzelle oder bei der Vermehrung der Hepatitis-Viren und identifiziert Ansatzpunkte für neue Therapien. So ist mit dem Wirkstoff Sorafenib seit 2008 das erste Medikament auf dem Markt, das Tumorwachstum auf molekularer Ebene gezielt hemmt; weitere Präparate befinden sich in der präklinischen Testphase und in klinischen Studien. Auch maßgeschneiderte Wirkstoffe, die die Vermehrung von Hepatitis-Viren an exakt bestimmter Stelle blockieren, sind im Kommen. Das weite Spektrum der neuen Medikamente erlaubt heute zunehmend individuell auf den Patienten abgestimmte Therapien und damit höhere Chance auf Heilung bei geringerer Belastung.
Quelle: Pressemeldung Universitätsklinikum Heidelberg
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