PETA kritisiert Terraristikbörse in Berlin

17.10.2011 | Mainz
Exotenausstellungen sind eine Gefahr für Mensch und Tier

Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. warnt eindringlich vor einem Besuch der Terraristikbörse in Berlin am kommenden Samstag. Reptilienbörsen stellen nicht nur eine Gefahr für die ausgestellten Tiere dar, sondern auch für Menschen. Wie mehrere Studien belegen, übertragen Reptilien häufig Salmonellen. Geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die gefährlichen Salmonellenerreger in sich. Die Reptilien dürfen auf derartigen Messen normalerweise auf die Hand genommen werden und können die Krankheitserreger schnell auf den Menschen übertragen. Ein einfaches Händeschütteln genügt, um die Salmonellen an andere weiterzugeben.Besonders Kinder, Immungeschwächte und ältere Menschen sind gefährdet. Salmonellen können im Extremfall eine Hirnhautentzündung verursachen und sogar tödlich sein. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von exotischen Tieren herrührt.Wer hat schon nicht einmal nach einer Affäre gesucht. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin resümiert, dass sich die Infektionen beim Menschen am häufigsten als Magen-Darm-Infektionen manifestieren. Es sind aber auch Blutvergiftungen, Hirnhautentzündungen und eitrige Infektionen anderer Organe (Milz, Knochen, Gelenke, Weichgewebe) möglich. Sowohl die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin als auch die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie vertreten die Meinung, dass in Familien mit Säuglingen und Kleinkindern oder chronisch kranken Menschen keine Reptilien als "Haustiere" gehalten werden sollten.

PETA weist auch darauf hin, dass Reptilienausstellungen nicht dem Tierschutz gerecht werden. Viele Tiere zeigen durch Stress ausgelöste Verhaltensauffälligkeiten. Alle Exoten werden in viel zu kleinen und oftmals unstrukturierten Boxen ausgestellt. Die meisten Tiere kommen als Wildfang oder aus Massenzuchtanlagen nach Deutschland. Die Wildfänge sind oft in einem katastrophalen Zustand: Krankheiten, Verletzungen sowie Nahrungsverweigerung lassen über 90 Prozent der Tiere noch im ersten Jahr sterben. Aber auch in Deutschland nachgezüchtete Tiere sind nicht domestiziert - sie leiden gleichermaßen unter den Bedingungen und sind nicht an ein Leben in Gefangenschaft angepasst. Zudem kritisiert PETA, dass immer mehr exotische Tiere wie Schlangen, Skorpione und Echsen deutsche Wohnzimmer bevölkern. Die Haltung von sensiblen exotischen Tieren setzt ein hohes Fachwissen voraus und überschreitet schnell die Kompetenz der Tierhalter. Ein Großteil der gehaltenen Tiere stirbt frühzeitig durch Erkrankungen und Haltungsfehler. Immer wieder entkommen Schlangen, Spinnen und Echsen aus ihren Terrarien - die meisten Tiere können bei den Klimaverhältnissen in Deutschland jedoch langfristig nicht überleben. PETA fordert deswegen ein Heimtierschutzgesetz, das die Haltung exotischer Wildtiere im Privathaushalt verbieten soll - zum Schutz von Tieren und Menschen.

"Der Besuch einer Reptilienmesse ist eine Gefahr für Mensch und Tier. Salmonellen sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr - werden sie in einem gastronomischen Betrieb festgestellt, handeln die Behörden umgehend. Vielen ist nicht bewusst, dass eine Terraristikmesse ein noch höheres Risiko birgt", so Nadja Kutscher, Kampagnenleiterin bei PETA. "Wildtiere gehören in die Freiheit, nicht in einen Glaskasten." PETA appelliert deshalb an die Bevölkerung, einschlägige Ausstellungen und Exotenbörsen zu meiden und kein Wildtier zu erwerben. Wer das nötige hohe Fachwissen besitzt, solle ein Tier aus einer Auffangstation bei sich aufnehmen - so wird der Handel nicht weiter angekurbelt.

Quelle: Pressemeldung Doppelklicker.de

Dieser Beitrag wurde bisher 160 mal gelesen.
(Rang 80 auf krankenversicherungen-news24.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Dr. Nikolaus Rauber in Bundesvorstand gewählt

14.11.2011 | Die Delegierten des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands wählten im Rahmen der diesjährigen...

weiter in Dr. Nikolaus Rauber in ...

Top gestylt durch die kalte Jahreszeit mit Beinen in Bestform

10.11.2011 | Fashion-Blogger kreieren Herbst-Look für Gillette Venus-Model Jana Beller

weiter in Top gestylt durch die kalte ...

"Gothaer Leben: Zwei neue Top-Produktratings

07.11.2011 | Fitch Ratings hat gestern Abend das "A"-Rating für die Gothaer Allgemeine Versicherung AG und die Gothaer...

weiter in "Gothaer Leben: Zwei neue ...

LGL: Kongress "Gesunde Umwelt - Gesunde Bevölkerung" vom 9. bis 11. November 2011 am LGL in München

07.11.2011 | Zweiter gemeinsamer Kongress des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in Bayern und der Fachgesellschaft für...

weiter in LGL: Kongress "Gesunde Umwelt - ...

BDI steht auf Seiten der Klinikärzte Solidarität mit Streikenden an Univ.-Kliniken

01.11.2011 | In einer Urabstimmung über einen Streik an den Univ.-Klinken haben 97,4 Prozent der teilnehmenden Ärzte für...

weiter in BDI steht auf Seiten der ...



Aktuelles

Welche Arten von Rentenversicherungen sind sinnvoll?

Private Rentenvorsorge ist heute wichtiger denn je. Bereits...

weiter ...

Neuigkeiten

Chirurgie- Intensivkurs für Ingenieure

Um die Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer...

weiter ...

Nach S&P bestätigt auch Fitch die Rating- Ergebnisse der Gothaer

Fitch Ratings hat gestern Abend das "A"-Rating für die...

weiter ...

Weitere Themen

Dr. Nikolaus Rauber in Bundesvorstand gewählt

Die Delegierten des Verbandes der niedergelassenen Ärzte...

weiter ...

Top gestylt durch die kalte Jahreszeit mit Beinen in Bestform

Fashion-Blogger kreieren Herbst-Look für Gillette...

weiter ...

Archiv

Das Handy als Thermometer, Blutdruck- und Blutzuckermesser

Smartphones können bei Therapie und Gesundheitschecks helfen...

weiter ...

Belegärzte: Der 20 %ige Abschlag bei der Honorararztregelung muss weg!

Die Vergütungssituation der internistisch tätigen Belegärzte...

weiter ...

Verschiedenes

Zedernholzsohle gegen Fußgeruch

Zedernholz besitzt die Eigenschaft, dass es im geschnittenen...

weiter ...

DFG fördert acht neue Sonderforschungsbereiche

Themen von Nachhaltigkeit in der Fertigungstechnik bis zum...

weiter ...