Nach einer aktuellen Studie ist vermindertes sexuelles Verlangen das häufigste sexuelle Problem bei Frauen
Etwa eine von zehn Frauen, die an der Studie teilgenommen haben, berichtete über ein vermindertes sexuelles Verlangen verbunden mit persönlichem Leidensdruck. Die medizinische Bezeichnung hierfür ist HSDD (Hypoactive Sexual Desire Disorder).1
HSDD wird im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV) der US-amerikanischen Gesellschaft für Psychiatrie definiert als vermindertes sexuelles Interesse oder Verlangen, fehlende sexuelle Gedanken oder Fantasien bzw. das verminderte Verlangen nach sexueller Aktivität. HSDD kann einen ausgeprägten Leidensdruck oder ernste Beziehungsprobleme verursachen und wird nicht durch eine medizinische Erkrankung oder ein Medikament hervorgerufen 2. Es handelt sich um eine gesundheitliche Störung, die äußerst selten diagnostiziert wird.3
"Ärzte, die bei Frauen sexuelle Probleme diagnostizieren und sie behandeln, sollten zunächst das Ausmaß des damit verbundenen Leidensdrucks beurteilen", betonte Dr. Jan L. Shifren, Autorin und Direktorin des "Menopause Programme" der Vincent Geburtshilfe und Gynäkologie-Abteilung des Massachusetts General Hospital in Boston, USA. "Generelle sexuelle Schwierigkeiten mit hohem Leidensdruck wurden bei etwa jeder achten Frau festgestellt. Deshalb sollten Ärzte ihre Patientinnen nach sexuellen Problemen fragen und danach, ob diese zu Unzufriedenheit, Frustration oder anderen Empfindungen führen, die ihre Lebensqualität negativ beeinflussen."
Ergebnisse der PRESIDE-Studie
In der PRESIDE-Studie berichteten 44,2 Prozent der Frauen, dass sie unter sexuellen Problemen leiden.1 Am häufigsten wurde von 38,7 Prozent der Befragten vermindertes Verlangen genannt 1; Erregungs- (26,1 Prozent) und Orgasmusstörungen (20,5 Prozent) traten seltener auf.1Von allen teilnehmenden Frauen meinten 22,8 Prozent, dass sie persönlich stark unter ihren sexuellen Problemen leiden würden.1
Mangelndes sexuelles Verlangen war für zehn Prozent der Befragten das häufigste Problem und verursachte damit doppelt so häufig einen Leidensdruck wie Erregungsstörungen (5,4 Prozent) oder Orgasmusprobleme (4,7 Prozent).1 Von vermindertem Verlangen und daraus resultierendem Leidensdruck waren Frauen aller Altersklassen betroffen, besonders häufig aber Frauen in der Lebensmitte.1
PRESIDE
PRESIDE ist eine Querschnittsstudie, die an einer national repräsentativen Allgemeinpopulation von 31.581 erwachsenen Frauen in den USA durchgeführt wurde.1
Charakteristisch für die weibliche sexuelle Dysfunktion sind sexuelle Probleme, die einen persönlichen Leidensdruck auslösen. Zur Beurteilung dieses Leidensdrucks wurden zwei validierte Befragungsmethoden eingesetzt: Der Fragebogen zu Veränderungen in der sexuellen Funktionsfähigkeit (Changes in Sexual Functioning Questionnaire - CSFQ-14), ein validiertes Instrument mit 14 Fragen, mit dem die Befragten ihr aktuelles sexuelles Verhalten und ihre Probleme anhand einer Fünf-Punkte-Skala selbst einschätzen konnten.1 Außerdem die Skala zur Messung des sexuellen Leidensdrucks von Frauen (Female Sexual Distress Scale - FSDS), ebenfalls ein validiertes Instrument mit zwölf Fragen zur Beurteilung des Befindens der Frauen betreffend Sexualleben, Schuldgefühlen, Frustration, Stress, Beunruhigung, Ärger, Verlegenheit und Unzufriedenheit während der vergangenen 30 Tage.1
Über DSM-IV
Die vierte Ausgabe des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV) definiert HSDD als dauerhaft verminderte (oder fehlende) sexuelle Fantasien bzw. dauerhaft vermindertes (oder fehlendes) Verlangen nach jeglicher Form sexueller Aktivität, wodurch Leidensdruck oder Beziehungsprobleme entstehen. HSDD wird nicht durch eine andere Störung (mit Ausnahme einer anderen sexuellen Dysfunktion) ausgelöst und kann nicht als direkte physiologische Wirkung einer Substanz (einschließlich eines Medikaments) oder einer anderen allgemeinen medizinischen Erkrankung zugeschrieben werden.2
Referenzen
1 Shifren, JL et al. Sexual Problems and Distress in United States Women: Prevalence and Correlates. Obstet Gynecol 2008; 112(5)
2 Sexual and gender identity disorders. In: American Psychiatric Association. Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders. 4. Ausgabe. Washington, DC: American Psychiatric Association; 2000:493-538
3 Bachmann G. Female sexuality and sexual dysfunction: are we stuck on the learning curve? J Sex Med. 2006 Jul;3(4):639-45.
* Prevalence of Female Sexual Problems Associated with Distress and Determinants of Treatment Seeking
Quelle: Pressemeldung Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
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