Licht im schwarzen Loch

01.07.2008 | Berlin
Depressionen weisen ein diffuses, schwer greifbares Krankheitsbild auf. Patienten klagen über emotionale Leere, gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit. Sie haben das Gefühl, in ein schwarzes Loch zu fallen und können alltägliche Aufgaben oft nicht mehr bewältigen.

Die Angehörigen sind in der Regel überfordert. Traurigkeit kennt schließlich jeder. Warum hat sie bei Depressiven oft keine erkennbare Ursache? Weshalb verschwindet sie nicht mit der Zeit? Wieso verpuffen Ablenkung und Zuspruch? Selbst Fachleute haben manchmal Schwierigkeiten, Symptome richtig zu deuten.

Obwohl sich die Therapiemöglichkeiten und die öffentliche Akzeptanz dieser Gemütserkrankung deutlich verbessert haben, sind bislang viele Fragen offen. Sicher ist allerdings, dass Depressionen weit verbreitet sind und der Leidensdruck der Patienten groß ist. 15% bis 20% der Deutschen sind betroffen, wobei Frauen zwei bis dreimal so häufig erkranken. Ungefähr 50% der Menschen mit depressiven Störungen begehen einen Selbstmordversuch.

Nach dem Stand der Wissenschaft liegen die Ursachen der Depression im gestörten Zusammenspiel einiger so genannter Botenstoffe. Diese haben die Aufgabe, Informationen zu übertragen. Das tun sie, indem sie Nervensignale im Gehirn weiter leiten. Bei Gemütserkrankungen funktioniert die Abstimmung zwischen ihnen nicht mehr richtig. Und das kann sich auf den seelischen Zustand auswirken. Abhilfe schafft der Wirkstoff Mirtazapin. Er verstärkt die Freisetzung der Botenstoffe Noradrenalin, Serotonin sowie Dopamin und verbessert auf diese Weise die Stimmung. Außerdem steigert Mirtazapin den allgemeinen Antrieb. Mit diesem Wirkstoff können leichte bis mittelschwere Depressionen erfolgreich behandelt werden. Mirtazapin kann zwar müde machen, verändert aber die Persönlichkeit - wie auch alle anderen Antidepressiva - nicht und verursacht zudem keine Abhängigkeit. Allerdings sollte Mirtazapin nur in Absprache mit dem Arzt und nur allmählich abgesetzt werden.

Mirtazapin wurde 1996 in Deutschland eingeführt. 2004 kamen die ersten preisgünstigen Generika auf den Markt. Innerhalb eines Jahres wurden 3 Mio. Packungen Mirtazapin-Präparate verordnet. Nach Angaben des Marktforschungsinstitutes INSIGHT Health waren 90,9 Prozent davon Generika. Auf diese entfielen 68,2 Prozent des Gesamtumsatzes in Höhe von 58 Mio. Euro.

Quelle: Pressemeldung Pro Generika e.V.

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