KBV Ist Eben Keine Lokführer-Gewerkschaft

29.08.2008 | Berlin
Als längst "überfälligen Tropfen auf den heißen Stein" bezeichnete der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Klaus Bittmann, die Einigung zwischen Krankenkassen und KBV auf ein Mehr-Honorar von 2,5 Mrd. Euro.

"Zunächst ist der KBV zu diesem Ergebnis zu gratulieren", unterstreicht Dr. Bittmann. Jetzt müsse man beobachten, wie mit der verhandelten Honorarsumme umgegangen werde. "Den einheitlichen Orientierungspunktwert für Haus- und Fachärzte sehe ich dabei als das größte Problem", verdeutlicht der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes. "Hier besteht die Gefahr, dass insbesondere Hausärzte Honorar verlieren könnten."

Dass von den notwendigen sieben Milliarden Euro zusätzlichem Honorar aber nur knapp ein Drittel erzielt wurde, lastet er der KBV-Verhandlungs-Taktik an. "Wer zuerst gut drei Milliarden Euro unter den Tisch fallen lässt, dann 4,5 Milliarden beansprucht und mit einer 2,5-Milliarden-Forderung in die Verhandlung geht, zeigt, dass er von Ver-handlungstaktik keine Ahnung hat", erklärt Dr. Bittmann.

Nur dank der Einigkeit und des Drucks der Politik, die in jüngster Zeit immer wieder 2,5 Milliarden Euro versprach, könne die KBV überhaupt diesen Erfolg verbuchen. "Man sieht deutlich, die KBV ist eben keine Lokführergewerkschaft. Für den billigen Kom-promiss nimmt sie weiterhin in Kauf, dass Ärzte einen Großteil ihrer Leistung umsonst erbringen", so Dr. Bittmann. Dr. Bittmann ruft die Ärzteschaft nun auf, verstärkt in Kooperationen und Zusammenschlüssen zu agieren, um die eigenen Kosten zu senken und Effizienzen zu erschlie-ßen. Zudem müssen niedergelassene Ärzte die gesetzlichen Möglichkeiten nützen, über starke Verbünde Einzelverträge mit den Krankenkassen zu schließen und so eine angemessene Honorierung zu erzielen.

Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund

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