Initiative Mädchen-Sprechstunde stellt sich gefährlichem Trend
Das so genannte Binge eating, das ungezügelte massenhafte Essen geschieht heimlich, aber die jungen Frauen fallen durch Übergewicht auf. Bulimie (Ess-Brechsucht) dagegen kann man keiner Betroffenen ansehen, da sie vorwiegend normgewichtig sind. Erkennen Eltern, dass ihre Kinder, zumeist aber ihre Töchter auffälliges und ungesundes Ess-Verhalten an den Tag legen, dann beginnt häufig eine frustrierende Spirale aus Ansprechversuchen, Leugnen, Heimlichkeiten und Ratlosigkeit. Hier sind die Eltern gefordert, aber laut Experten auch sehr schnell überfordert. Dr. Gisela Gille von der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau (ÄGGF) sagt hierzu: "Mütter sind für ihre Töchter in vielerlei Hinsicht wichtige Ansprechpartnerinnen. Aber wenn es um eine manifeste Ess-Störung geht, dann haben neutrale kompetente Personen - wie zum Beispiel Frauenärztinnen und Frauenärzte - häufig einen besseren Zugang." Aus diesem Grund nimmt sich die Initiative Mädchen-Sprechstunde in diesem Jahr besonders des wichtigen Themas Ess-Störungen an.
Warum tun sie das bloß?
Während der Pubertät verändern sich Körper und Psyche zusehends. Häufig werden diese Veränderungen aber nicht verstanden, denn die Entwicklungsanforderungen des Erwachsen-werdens machen Angst und werden deswegen oft auch abgelehnt. Was tun junge Mädchen nun mit ihrer ungeliebten Hülle, die ein Eigenleben zu führen scheint? Sie versuchen, den Körper durch Nicht-Essen wieder in den Griff zu bekommen. Das klappt in ihren Augen wohl auch zunächst ganz gut: Erste weibliche Rundungen können durchaus noch abgehungert werden oder die Mädchen lösen die inneren Anspannungen durch Essen. Auch das Anfuttern einer sprichwörtlichen Kummerspeck-Schicht entspringt häufig der Ablehnung der pubertären Entwicklungen - Essen tut gut, tröstet und wenn ich überall zunehme, bin ich gegen die Gefährdungen von außen geschützt.
Mit wem kann man reden?
Junge Mädchen sollen und dürfen sich in der Pubertät von ihren Eltern lösen - das ist natürlich und gehört zu einer gesunden Entwicklung dazu. Aber wer fängt all die Ungewissheiten, Ängste und Herausforderungen in dieser spannenden Zeit auf? Mit wem können junge Mädchen über die irritierenden Veränderungen sprechen, ohne dass sie es peinlich finden? Ein eher ungewöhnlicher Rat: Haben Sie schon einmal daran gedacht, Ihre Tochter zu ermutigen, einen ersten Termin bei einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt zu machen? Diese Ärzte kennen alle Zusammenhänge des weiblichen Körpers, ihnen ist kein Problem unbekannt und sie erklären die Dinge so, dass die Mädchen sie auch verstehen. Außerdem werden sie von den Mädchen als neutral, vertrauenswürdig und nicht bevormundend akzeptiert. Dazu Dr. Gille: "Gerade wenn die Mädchen mit ihren Fragen schon früh in die Sprechstunde gehen, kann das helfen, Ess-Störungen erst gar nicht entstehen zu lassen. Denn ein positives und wertschätzendes Verhältnis zum eigenen Körper ist eine gute Basis, von der aus all die verwirrenden Eindrücke, die von innen und außen auf junge Mädchen einstürmen, erklärbar werden." Die Initiative Mädchen-Sprechstunde unterstützt Gynäkologen dabei, spezielle Gesprächsangebote für Mädchen anzubieten. Hier können sie in Ruhe Fragen stellen, Beobachtungen loswerden und Ängste offen ansprechen - ohne gynäkologische Untersuchung. Die geschulten Mediziner wissen aber auch genau, wie man so schwierige Themen wie ein gestörtes Ess-Verhalten ansprechen kann und wer hier weiterhilft. Sie haben oft ein Netzwerk an Anlaufstellen und Hilfsangeboten, das sie den Mädchen empfehlen können und häufig stellen sie auf Wunsch der Betroffenen auch den Erstkontakt her.
Quelle: Pressemeldung Grünenthal GmbH
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