Info-Website zu Medikamentenmissbrauch und Doping bei Kindern und Jugendlichen

28.08.2009 | München
Waschbrettbauch oder schlanke Taille zählen zum Schönheitsideal - schon von Kindern und Jugendlichen. Pillen, Tees, Pflaster und Spritzen versprechen die Traumfigur auch ohne langes Training und gesunde Ernährung: Medikamentenmissbrauch und Doping sind längst zum Problem auch jenseits des Leistungssports geworden. Doch als Nebenwirkung drohen Akne, schrumpfende Hoden und Wahnvorstellungen.

Eine Internetseite, die Sportwissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) erstellt haben, klärt über die gefährlichen Doping-Nebenwirkungen auf und stellt Lehrern und Trainern in 20 europäischen Sprachen Hintergrundinformationen und Lehrmaterial zur Verfügung.

Schätzungsweise drei bis zwölf Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland nehmen Medikamente ein, die sie nicht benötigen - und mit denen sie attraktiver und leistungsfähiger werden wollen. Jungen wollen häufig mit einem muskulösen Körper Eindruck machen, bei Mädchen steht das Abnehmen im Vordergrund. Neugier, der Wunsch nach Anerkennung in der Gruppe oder beim anderen Geschlecht und der Reiz des Verbotenen kommen hinzu. Dass sie bei Doping-Kontrollen auffallen, brauchen die Jungen und Mädchen außerhalb des Leistungssports nicht zu fürchten - wohl aber die gesundheitlichen Konsequenzen, die besonders bei jungen, sich entwickelnden Körpern fatal sein können.

Denn wenn sich Jungen mithilfe von Anabolika Muskelberge aufbauen, riskieren sie, dass ihr Körperwachstum stoppt, dass sich ihre Hoden zurückbilden, sich Brüste ausprägen und die Haut von schwerer Akne auf Schultern und Brust verunstaltet wird. Darüber hinaus drohen Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Leber- und Nierenschäden. Wenn Mädchen eine schlanke Figur durch Appetit zügelnde Hormone formen wollen, führt dies häufig zu Reizbarkeit, Unruhe und Aggressionen bis hin zu Wahnvorstellungen.

Wie der Körper auf die 15 am häufigsten verwendeten Doping-Substanzgruppen reagiert und welche Kurz- und Langzeitfolgen der Missbrauch solcher Substanzen und Medikamente nach sich zieht, haben jetzt Sportwissenschaftler vom Lehrstuhl für Sport und Gesundheitsförderung der TU München zusammen mit internationalen Doping-Fachleuten auf einer Internetseite zusammengestellt. Die Seite richtet sich an Lehrer und Trainer und bietet neben ausführlichen Hintergrundinformationen zur Funktionsweise des Körpers auch Unterrichtsmaterial zum Thema Doping-Nebenwirkungen. Die Übersetzung in 20 europäische Sprachen ermöglicht Lehrern und Trainern in der gesamten Europäischen Union, die Unterlagen zu Doping-Prävention zu nutzen. Für fachlich Interessierte gibt es überdies ein Sammlung wissenschaftlicher Aufsätze zum Forschungsstand.

Quelle: Pressemeldung Technische Universität München

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