Hoher Nutzen für wenig Geld

01.05.2008 | Berlin
In 60 Prozent aller Fälle, in denen sie medikamentös behandelt wurden, sind gesetzlich Krankenversicherte im I. Quartal 2008 mit einem Generikum versorgt worden. Dafür haben die Krankenkassen 1,9 Milliarden Euro ausgegeben. Das sind nur 29 Prozent der GKV-Arzneimittelausgaben von insgesamt 6,5 Milliarden Euro. Der Grund dafür liegt in den sehr niedrigen deutschen Generikapreisen.

Im März 2008 kostete die Krankenkassen ein Generikum im Durchschnitt netto 18,87 Euro. Für ein in puncto Wirkstoff, Dosierung und Darreichungsform identisches patentfreies Erstanbieterprodukt gaben sie dagegen durchschnittlich 37,40 Euro aus. Mit Durchschnittskosten von 81,71 Euro je Verordnung lagen die patentgeschützten Arzneimittel an der Spitze. Allerdings können die forschenden Arzneimittelhersteller einen neuen Wirkstoff in der Regel auch nur für gut zehn Jahre exklusiv vermarkten. In dieser Zeit müssen sie ihre Forschungsund Entwicklungskosten refinanzieren, die bis zu einer Milliarde US-Dollar hoch sein können. Zudem wollen sie eine angemessene Wagnisrendite erzielen.

Wie preiswert deutsche Generika sind, zeigt auch ein Blick auf ihren Herstellerabgabepreis. Dieser betrug im März 2008 im Mittel 8,99 Euro, während er sich bei den patentfreien Erstanbieterprodukten auf 22,80 Euro und bei den patentgeschützten Arzneimitteln auf 56,29 Euro belief. Die Generikahersteller leisten mithin einen essentiellen Beitrag für die Stabilisierung und Finanzierbarkeit der GKV-Arzneimittelausgaben. Nach Berechnungen des unabhängigen Marktforschungsinstitutes IMS HEALTH konnten die Kassen bereits im I. Quartal 2008 1,9 Milliarden Euro durch den Einsatz von Generika einsparen. Für das Gesamtjahr rechnet IMS HEALTH mit einem neuen Allzeithoch von 7,8 Milliarden Euro. Das entspricht fast 0,8 Beitragssatzpunkten. Im vergangenen Jahr wurde mit 6,5 Milliarden Euro der bisherige Einsparrekord erreicht.

Die Preisgünstigkeit von Generika kommt Krankenkassen und Patienten gleichermaßen zugute. Denn Generika sparen nicht nur Geld, sondern sie stellen den Kassen überdies die finanziellen Freiräume zur Verfügung, die diese dringend brauchen, um ihren Versicherten trotz knapper Ressourcen auch in Zukunft die Teilhabe am medizinischen, technischen und pharmakologischen Fortschritt zu gewährleisten.

Quelle: Pressemeldung Pro Generika e.V.

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