Hilfe gegen lebenslange Stigmatisierung durch Inkontinenz

27.10.2009 | München
Astellas klärt über Geburtsverletzungen auf und organisiert Spendenaktion. Die Astellas Pharma GmbH unterstützt seit drei Jahren ein einzigartiges Programm: das Fistula-Projekt in Addis Abeba, Äthiopien. Im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) wurde über die in Deutschland kaum bekannte Problematik der Geburtsfisteln informiert und eine Spendenaktion initiiert. Der Erlös von 11.235 Euro wurde am 23. Oktober der Stuttgarter Urologin Dr.

Barbara Teltschik für die Arbeit der Fistula e.V. überreicht.

Fisteln führen zur Ausgrenzung

In Äthiopien sind jährlich rund 9.000 Frauen von Geburtsfisteln betroffen. Hierbei handelt es sich um Verletzungen, die in der Regel bei schwierigen Erstgeburten der oft sehr jungen Frauen entstehen. Bei Komplikationen während der Geburt sind sie häufig auf sich allein gestellt. Bei Geburtsfisteln entsteht eine bleibende Öffnung zwischen Blase und Scheide, manchmal auch mit Verbindung zum Enddarm. Die betroffenen Frauen leiden für den Rest ihres Lebens an starker Inkontinenz. In vielen ländlichen Gebieten Afrikas wird eine derartige Erkrankung als schuldhaft angesehen, also selbst verursacht. So kommt zu den Schmerzen noch die soziale Ächtung und Ausgrenzung durch die Dorfgemeinschaft hinzu.

Rudern für einen guten Zweck

Seit drei Jahren setzt sich das Münchner Unternehmen Astellas Pharma GmbH für ein beachtenswertes Projekt ein, das in Äthiopien betroffene Frauen kostenlos medizinisch versorgt und im Land wichtige Aufklärungsarbeit leistet. Kooperationspartner ist die in Bruchsal ansässige gemeinnützige Fistula e.V. "Aktiv werden für einen guten Zweck - Fistula e.V", so das Astellas-Motto auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) in Dresden. Ein Aufruf, der sich an alle Kongressbesucher richtete: für möglichst zielgenaues Treffen der Dartscheibe im 20iger Feld und für mehr als 30 Sekunden rudern auf dem Ergometer spendete Astellas Pharma einen Betrag von fünf Euro. Im Rahmen dieser Aktion konnten neben Aufklärungsarbeit 11.235 Euro an Spenden für das Projekt gesammelt werden. Diesen Betrag überreichte Astellas-Geschäftsführer Dr. Ulrich Eggert am 23. Oktober der Stuttgarter Urologin Dr. Barbara Teltschik, die sich mit großem Einsatz und viel Herzblut für Fistula e.V. engagiert. Der Betrag wird in eine groß angelegte Aufklärungskampagne in Äthiopien einfließen, deren Ziel es ist, die rund 25.000 von Fisteln betroffenen Frauen auf die Behandlungsmöglichkeit aufmerksam zu machen sowie junge Mädchen aufzuklären.

Astellas will langfristig mit Fistula e.V. kooperieren. "Wir sind von der Wichtigkeit der Ziele des Vereins in jeder Beziehung überzeugt und möchten daher so viel wie möglich tun, um Fistula e.V. bei seinen vielfältigen Projekten und Initiativen zu unterstützen," so Dr. Eggert. "Als Gesundheitsunternehmen haben wir nicht nur eine soziale Verantwortung in den Ländern, in denen wir tätig sind, sondern möchten uns auch in entwicklungsschwachen Gebieten engagieren."

Lebenslanges Engagement gewürdigt

1974 gründeten das australische Gynäkologenehepaar Dr. Catherine und Dr. Reginald Hamlin das erste Fistula-Hospital in Addis Abeba, das für diese Behandlungen weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt ist. Das Fistula-Hospital wird von dem Verein Fistula e.V. unterstützt. Heute ist es auch eine Ausbildungsstätte für Ärzte aus aller Welt, die diese chirurgischen Praktiken erlernen wollen. Die Erfolgsquote der Eingriffe beträgt über 90 Prozent. Mittlerweile gibt es landesweit fünf Fistula-Hospitäler, die sehr erfolgreich betroffene Frauen operieren. Für 2010 ist die Eröffnung einer sechsten Klinik geplant. Sowohl Eingriffe als auch Reisekosten und die Versorgung im Hospital sind für die Betroffenen kostenlos. Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass Dr. Catherine Hamlin für ihr Engagement mit dem alternativen Nobelpreis 2009 ausgezeichnet wird.

Quelle: Pressemeldung Astellas Pharma GmbH

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