Hessen: 36 Prozent der Babys per Kaiserschnitt geboren
"Aufgrund der gestiegenen Zahl der Risikoschwangerschaften werden Kaiserschnitte immer häufiger durchgeführt", erklärt Oliver Schmidt, Leiter des KKH-Allianz Servicezentrums in Kassel.
Die meisten Kaiserschnitte werden in den alten Bundesländern durchgeführt: Spitzenreiter ist das Bundesland Saarland mit einer Kaiserschnittquote von 37 Prozent. Auch in Niedersachsen bekommt jede dritte Frau auf diesem Wege ihr Baby (36 Prozent). Die wenigsten Kaiserschnitte gibt es in Sachsen (24 Prozent) und Sachsen-Anhalt (26 Prozent). Zum Wochenende nimmt die Zahl der Kaiserschnittgeburten ab. Während beispielsweise an einem Dienstag rund 37 Prozent Kaiserschnitte durchgeführt werden, sind es an einem Sonnabend gerade mal 17 Prozent. "Das verwundert nicht, denn es ist klar, dass planbare Geburten in die üblichen Arbeitszeiten gelegt werden", so Schmidt.
Zu den Risikoschwangerschaften gehört unter anderem die zunehmende Zahl der Spätgebärenden: Bei der KKH-Allianz gab es bundesweit in der Altersgruppe der 40- bis 44-jährigen Frauen im vergangenen Jahr 41 Prozent mehr Geburten als 2004. Im Gegensatz dazu ist die Anzahl der Geburten in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen seit 2004 um 30 Prozent gesunken. Während in Hessen in dieser Altersgruppe 31 Prozent per Kaiserschnitt entbunden haben, waren es bei den Spätgebärenden sogar 50 Prozent. "Spätgebärende bringen häufiger als junge Frauen zusätzliche Risiken mit. Aus diesem Grund kann ein Kaiserschnitt eher infrage kommen", erklärt Schmidt. Aber auch Übergewicht, Mehrlingsgeburten oder Querlage des Kindes können Gründe für einen Kaiserschnitt sein.
Darüber hinaus entscheiden sich immer mehr Frauen für einen sogenannten Wunschkaiserschnitt. "Vor allem Erstgebärende sind vor der Entbindung ihres Babys unsicher. Aber auch Frauen, die bei einer vorangegangenen natürlichen Geburt schlechte Erfahrungen gemacht haben, wünschen sich bei einer erneuten Schwangerschaft oftmals einen Kaiserschnitt", weiß der Gesundheitsexperte. Deshalb rät Schmidt, die Sorgen vor der Entbindung mit der behandelnden Ärztin oder der Hebamme ausführlich zu besprechen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Denn ein Kaiserschnitt sei zwar heute ein routinemäßiger Eingriff, "er kann aber auch schmerzhafte Komplikationen wie eine Wundheilungsstörung oder dauerhafte Unterbauchschmerzen auf Grund von Verwachsungen zur Folge haben."
Quelle: Pressemeldung KKH-Allianz
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