Hausarzt- und Facharztversorgung darf nicht zum Spielball der Politik werden
Teile der FDP wollen in der gegenwärtigen Spardiskussion die erfolgreichen Hausarztverträge kippen. Die Bundesvorsitzenden des Deutschen Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt und des Bundesverbandes MEDIund Genossenschaften Werner Baumgärtner empört besonders, dass der § 73b SGB V als gesetzliche Grundlage jetzt von Teilen der FDP öffentlich als "Erpressungspotenzial" gegen die CSU gefeiert wird. Beide Verbände vertreten deutschlandweit über 75.000 Haus- und Fachärzte. Auch die Fachärzte sehen in den bereits umgesetzten Hausarztverträgen und den neuen Versorgungsstrukturen zur Facharztebene nach § 73c SGB V eine wirksame Alternative zur Sicherung der ambulanten Vorsorgung.
"Das GKV-System ist mit einem Defizit von über 10 Mrd. Euro und der drohenden Insolvenz von 23 Kassen in einer ernsten Krise. Dieses Defizit war allerdings schon bei der Entstehung des Gesundheitsfonds abzusehen, der von Anfang an unterfinanziert war. Wer deshalb jetzt im Windschatten einer Spardiskussion die erfolgreichen Hausarztverträge abschaffen will, legt die Hand an eine bewährte Versorgungsstruktur für die GKV-Versicherten inDeutschland", so Ulrich Weigeldt. "Die Mehrheit der Haus- und Fachärzte erwartet ungeduldig die weitere Umsetzung der Verträge, die anders als das KV-System mit seinem überregulierten Honorarchaos das Überleben der freien Praxen gewährleisten."
"Auch die Fachärzte sind auf eine Alternative zur instabilen Honorarsituation des KV-Systems angewiesen. Mit Umverteilung, floatender Honorierung und unsinniger QZV-Bürokratie lassen sich keine innovativen Versorgungsstrukturen im ambulanten Bereich aufbauen", so Werner Baumgärtner.
"Wir haben die gemeinsame Aufgabe, ambulante Versorgung unter einer wachsenden Morbiditätslast sicherzustellen. Wer jetzt erfolgreiche Modelle für zweifelhafte Sparerfolge in Frage stellt, spielt mit der Gesundheit von Versicherten", so Weigeldt.
"Wenn die FDP Bundestagsabgeordnete Frau Flach den Eindruck erweckt, mit dem Abschaffen der Hausarztverträge ließen sich 1,5 Mrd. Euro sparen, macht sie sich zum Sprachrohr von Kassen, die diese Zahlen aus der Luft gegriffen haben um vom eigenen Missmanagement abzulenken", so die beiden Bundesvorsitzenden. "Gerade Kassen ohne Hausarztvertrag haben derzeit das höchste Insolvenzrisiko.
"Es sei tragisch, dass Frau Flach offensichtlich den Ansatz der Hausarztverträge nicht verstanden habe und fahrlässig die Axt an die ambulante Versorgungssicherheit lege.
"Ich wundere mich auch, dass sie ihrem Minister in den Rücken fällt. Dr. Rösler hat erkannt, dass die ambulante Versorgung akut in Gefahr ist. Deshalb hat der Bundesminister zugesagt, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Stärkung der Hausärzte einzuhalten", so Weigeldt.
Quelle: Pressemeldung Deutscher Hausärzteverband e.V.
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