Hartmannbund fordert prozentuale Selbstbeteiligung an Arzneimittelausgaben

10.09.2001 | Berlin
Für "bizarr und nicht sachgerecht" hält Dr. med. Hans-Jürgen Thomas, Vorsitzender des Hartmannbundes, den Vorschlag des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministers Florian Gerster, bei einem Anstieg der Arzneimittelausgaben die schon budgetierten Honorare der Ärzte noch weiter zu kürzen."Hier sollen Ärztinnen und Ärzte für ein Produkt gerade stehen, auf das sie nicht im geringsten Einfluss haben."

Einen möglichen Lösungsweg, um das finanzielle Debakel im Gesundheitswesen einzudämmen, sieht der Vorsitzende des einzigen freien Verbands aller Ärztinnen und Ärzte Deutschlands darin, die Eigenverantwortung aller Bürgerinnen und Bürger zu stärken. "Jeder Patient muss sich prozentual an Medikamentenkosten beteiligen - das gilt für gesetzlich wie auch für privat Versicherte." Es müsse jedoch gewährleistet sein, so Thomas, dass "Patienten genau die Medikamente erhalten, die sie vertragen - im Sinne einer bestmöglichen Patientenversorgung."

Der Hartmannbund-Vorsitzende ist empört über den erneuten Versuch, Arzthonorare an Arzneikosten zu koppeln, obwohl die Ärzte "weder die Preise der Arzneimittel bestimmen, noch die Krankheitsursachen auslösen". Wie wahnwitzig die Idee des SPD-Politikers ist, zeigt Thomas' Gedankenspiel: "Konsequenterweise könnten die Ärzte auch noch für die Krankengeldzahlungen zur Kasse gebeten werden, wenn sie ihren Patienten Arbeitsunfähigkeit bescheinigen."

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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