Hartmannbund: Dem Ärztemangel an deutschen Krankenhäusern mit attraktiver Weiterbildung begegnen
Auf diese alarmierende Entwicklung hat der Vorsitzende des Arbeitskreises "Ausbildung und Weiterbildung" im Hartmannbund, Dr. Klaus-Peter W. Schaps hingewiesen. "Jedes zweite Krankenhaus kann Stellen im Ärztlichen Dienst nicht mehr besetzen, in Ostdeutschland liegt die Quote der offenen ärztlichen Stellen sogar noch höher", sagte Schaps. Insgesamt blieben in diesem Jahr rund 2.000 Stellen im ärztlichen Dienst vakant (Krankenhausbarometer des Dt. Krankenhausinstituts e.V.). Die negativen Meldungen über das deutsche Gesundheitswesen schreckten die Mediziner ab, in diesem Umfeld tätig zu werden. "Statt dessen gehen viele ins Ausland, wo sie zudem ein höheres Gehalt bei meist kürzeren Arbeitszeiten erhalten", so Schaps.
Der Ärztemangel werde auch durch die zurückgegangene Zahl der Approbationen dokumentiert: minus 22 Prozent innerhalb der letzten sechs Jahre. Die Facharztanerkennungen seien sogar um 25 Prozent zurückgegangen. Dieser Trend setze sich fort. "Wir beobachten, dass viele Mediziner die klassische Krankenhauslaufbahn ablehnen und statt dessen in artverwandten oder auch fachfremden Branchen tätig werden", sagte Schaps. Ein Assistenzarzt verdiene heute weit weniger als ein Berufseinsteiger in der Wirtschaft mit vergleichbarer Ausbildung. Zudem seien die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern nur mäßig: Lange Arbeitszeiten, ausgeprägte Hierarchien und zu wenig Weiterbildungsangebote.
"Doch gerade wegen der wirtschaftlichen Schieflage sind Krankenhäuser auf gutes Personal und Management-?Know-How? angewiesen", sagte Schaps. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse man trotz des Kostendrucks die Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Es gehe darum, konkurrenzfähige Arbeitsbedingungen zu schaffen, qualifikationsfördernde Weiterbildung anzubieten und unternehmensinterne Karrierepfade zu eröffnen.
"Träger und Betreiber von Kliniken stehen in der Verantwortung, mit gezielten Maßnahmen auf die Zufriedenheit der ärztlichen Mitarbeiter einzuwirken. Dies wäre ein entscheidender Beitrag zur Existenzsicherung vieler Krankenhäuser", sagte Schaps. Da die Patientenzahlen und die Arbeitsdichte weiter anstiegen, sei eine Krise unabwendbar, wenn nicht Rahmenbedingungen und Weiterbildungschancen optimiert würden.
Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.
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