Harninkontinenz bei Frauen

18.10.2005 | Heidenheim
Weniger Kilos, weniger Kontinenzprobleme: Wenn übergewichtige Frauen, die an Harninkontinenz leiden, abnehmen, verlieren sie deutlich seltener unfreiwillig Urin. Ein Gewichtsverlust von 5 bis 10% des Körpergewichts halbiert die Anzahl der wöchentlichen Inkontinenzepisoden.

"Damit wirkt eine Gewichtsreduktion vergleichbar effektiv wie andere konservative Therapieoptionen", schlussfolgern die Autoren einer Studie aus den USA (J Urol 2005; 174: 190-195).

In die randomisierte klinische Studie hatten Dr. Leslee L. Subak und ihre Kollegen von der Universität in San Francisco insgesamt 40 übergewichtige Frauen (Durchschnittsalter 52 Jahre; durchschnittliches Gewicht 97 kg; durchschnittlich 21 Inkontinenzepisoden pro Woche) eingeschlossen und auf zwei Gruppen verteilt: 19 Frauen nahmen unmittelbar nach Beginn der Untersuchung drei Monate lang an einem speziellen Programm teil, in dem sie unter medizinischer Anleitung abnahmen. Sie durften nicht mehr als 800 kcal pro Tag zu sich nehmen und wurden dazu angehalten, sich täglich bis zu 60 Minuten sportlich zu betätigen. Die 21 Frauen der zweiten Gruppe begannen das Programm drei Monate später.

Unfreiwilliger Urinverlust verringerte sich, die Lebensqualität stieg

Diejenigen Frauen, die sofort mit dem Abnehmprogramm begannen, verloren durchschnittlich 16 kg ihres Körpergewichts (Reduktion des Body-Mass-Index von 35 auf 28). Die Anzahl der wöchentlichen Inkontinenzepisoden ging um 60% zurück, gleichzeitig stieg die Lebensqualität deutlich.

Das Gewicht der Teilnehmerinnen der zweiten Gruppe blieb in den ersten drei Monaten konstant, wobei sich hier die Häufigkeit eines unfreiwilligen Urinverlusts um 15% verringerte. Nachdem auch sie im zweiten Teil der Studie drei Monate lang am Abnehmprogramm teilgenommen hatten, ging bei diesen Frauen die Anzahl der Inkontinenzepisoden ebenfalls deutlich zurück.

Fasst man die Ergebnisse aller 40 Frauen zusammen, so verringerte das reduzierte Körpergewicht die Häufigkeit eines unfreiwilligen Urinabgangs um 54%.

"Wenn übergewichtige Frauen mit Harninkontinenz ihr Gewicht um 5 bis 10% reduzieren, können sie die Anzahl der Inkontinenzepisoden um über die Hälfte reduzieren", fassen die Autoren die Ergebnisse ihrer Studie zusammen.

Bei einer Frau, die 1,67 Meter groß ist und 90 kg wiegt, entspräche dies einem Gewichtsverlust von 4,5 bis 9 kg. "Ein Ziel, das übergewichtige Frauen durchaus erreichen können", glauben die Wissenschaftler.

Daher ist ihrer Meinung nach eine Gewichtsreduktion bei inkontinenten Frauen eine klinisch sinnvolle Möglichkeit, um die Symptome der Erkrankung zu verringern. Betroffene sollten möglichst gleich zu Behandlungsbeginn mit dem Abnehmen beginnen. Der Erfolg der Maßnahme sei mit den Ergebnissen anderer Therapieformen, wie anderen Verhaltenstherapien und Medikamenten, vergleichbar. Positive Nebenwirkungen der Maßnahme: Auch das Risiko für zahlreiche weitere Erkrankungen wie etwa Bluthochdruck oder Diabetes verringert sich deutlich, wenn die Frauen weniger Gewicht auf die Waage bringen.

Absorbierende Hilfsmittel geben Sicherheit

Für die Behandlung von Harninkontinenz stehen neben verschiedene konservativen auch operative und medikamentöse Methoden zur Verfügung. Trotz dieser teilweise wirkungsvollen Behandlungsmöglichkeiten kann oft auf die Verwendung von absorbierenden Inkontinenzeinlagen und Inkontinenzslips nicht verzichtet werden. Begleitend zur Therapie eingesetzt, geben sie Betroffenen bis zur Beschwerdefreiheit zusätzliche Sicherheit. Dabei orientiert sich die Wahl eines geeigneten Inkontinenzprodukts unter anderem an der Menge des ausgeschiedenen Urins sowie an den gewohnten bzw. erforderlichen Wechselrhythmen. Hier bietet die PAUL HARTMANN AG für alle Formen und Schweregrade der Inkontinenz ein geeignetes Produkt an, das den Urin zuverlässig und unauffällig aufsaugt. So ist die anatomisch geformte Einlage MoliMed für leichte Formen indiziert, während die Inkontinenzvorlagen MoliForm mit vier Saugstärken bei allen Schweregrade eingesetzt werden kann. MoliMed wurde kürzlich von Stiftung Warentest mit "gut" bewertet (test, Ausgabe 10/2005).

Quelle: Pressemeldung PAUL HARTMANN AG

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