HARTMANN trotz Wirtschaftskrise kerngesund

30.03.2010 | Heidenheim
Umsatz und Ergebnis 2009 weiter verbessert: Mit einer Steigerung des operativen EBIT um 38,1 % auf 97,0 Mio. EUR und einer Zunahme des operativen Konzernergebnisses um 40,9 % auf 59,1 Mio. EUR konnte die HARTMANN GRUPPE im Geschäftsjahr 2009 trotz der allgemeinen Wirtschaftskrise ihre Ertragskraft signifikant verbessern. Die Umsatzerlöse nahmen weltweit insgesamt um 13,3 % auf 1.561 Mrd.

EUR zu, in den drei medizinischen Kernsegmenten um 15,8 %. Der Hauptversammlung am 7. Mai 2010 wird eine auf 4,90 EUR erhöhte Dividende vorgeschlagen.

Konzernumsatz nahm trotz Wirtschaftskrise zweistellig zu

Mit Umsatzerlösen in Höhe von 1.560,5 Mio. EUR erreichte die HARTMANN GRUPPE im Geschäftsjahr 2009 ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 13,3 %. Währungseffekte haben dabei die Umsatzentwicklung um 1,3 % negativ beeinflusst. Hier wirkten sich vor allem die gegenüber dem Euro schwächeren Währungen in den osteuropäischen Absatzmärkten sowie in Großbritannien und Schweden belastend aus. Die gegen Ende 2008 beziehungsweise zum Jahreswechsel 2008/2009 getätigten Akquisitionen Whitestone Acquisition Corp./USA und BODE Chemie GmbH/Deutschland konnten mit 9,1 % zur Umsatzentwicklung im Berichtsjahr beitragen. Damit ergab sich insgesamt ein organisches Wachstum von 5,5 %.

Anteil des medizinischen Kerngeschäfts weiter gestiegen

Organisches und anorganisches Wachstum führten 2009 in den drei medizinischen Kernsegmenten Wund-, Inkontinenz- und Infektionsmanagement zu Umsatzerlösen von 1.318,6 Mio. EUR; dies entspricht einem Plus von 15,8 %. Das medizinische Kerngeschäft macht inzwischen 84,5 % des Gesamtumsatzes aus. Dies stellt eine Steigerung zum Vorjahr um 1,8 Prozentpunkte dar.

Umsatzplus in allen Geschäftssegmenten

Im Segment Wundmanagement verzeichnete HARTMANN im Geschäftsjahr 2009 ein moderates Wachstum von 1,2 % auf 415,4 Mio. EUR. Bereinigt um belastende Währungseffekte wuchs das Unternehmen in diesem Segment organisch um 2,7 %. HARTMANN hat vor allem bei Produkten für die moderne Wundbehandlung und bei postoperativen Verbänden zugelegt.

Mit Umsatzerlösen von 564,6 Mio. EUR erwies sich das Segment Inkontinenzmanagement wiederum als das stärkste; der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr lag bei 9,9 %. Das Umsatzwachstum mit Inkontinenzhilfsmitteln war maßgeblich vom Auslandsgeschäft getragen. Der Strukturanteil des Segments lag bei 36,2 %.

Das Geschäftssegment Infektionsmanagement wuchs im Jahr 2009 mit einer Steigerung um 58,2 % auf 338,6 Mio. EUR erneut am stärksten. Betrachtet man hierbei das Geschäft mit HARTMANN-Produkten für den OP-Risikoschutz, also unter Abzug akquisitionsbedingter Effekte durch den Erwerb von BODE sowie von Währungseffekten, lag das Umsatzplus bei 14,0 %.

Bei den weiteren Konzernaktivitäten, denen die endverbrauchernahen Sortimente und Handelsaktivitäten zugeordnet sind, erzielte HARTMANN Umsatzerlöse von 241,9 Mio. EUR. Dies entspricht einem Wachstum von 1,3 %

Zweistelliges Wachstum im In- und Ausland

Während die Umsatzerlöse in Deutschland um 17,4 % auf 548,7 Mio. EUR zunahmen, stiegen sie im Ausland um 11,2 % auf 1.011,8 Mio. EUR. Damit reduzierte sich der Auslandsanteil am Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozentpunkte auf 64,8 %. In den Auslandsmärkten Europas nahmen die Kundenumsätze um 8,4 % auf 862,3 Mio. EUR zu. In den Absatzregionen außerhalb Europas erzielte HARTMANN Umsatzerlöse in Höhe von 149,6 Mio. EUR; dies entspricht einem Plus von 31,0 % gegenüber dem Vorjahr.

Profitabilität weiter verbessert

Mit einem operativen EBIT von 97,0 Mio. EUR verbesserte die HARTMANN GRUPPE ihr Vorjahresergebnis um 38,1 %. Die Steigerung war sowohl vom organischen als auch vom anorganischen Wachstum getragen. BODE und Whitestone haben bereits in ihrem ersten Jahr der Konzernzugehörigkeit einen positiven Ergebnisbeitrag geleistet. Zur Steigerung der Effizienz und Ertragskraft im Konzern trugen insbesondere Maßnahmen im Rahmen des Programms HARTMANN 2011 bei. Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlich schwachen Konjunktur haben sich zudem die in den Vorjahren deutlich gestiegenen Rohstoffpreise im Jahresdurchschnitt etwas reduziert, sodass sich hieraus eine Kostenentlastung ergab. Der niedrigere Rohölpreis sorgte darüber hinaus bei den Fracht- und Energiekosten für eine Entspannung. Das operative Konzernergebnis stieg um 40,9 % auf 59,1 Mio. EUR. Nach dem von starken Sondereffekten beeinflussten Vorjahresergebnis kam es 2009 im Saldo zu keinen nennenswerten Auswirkungen auf das Konzernergebnis.

Eigenkapitalquote liegt wieder bei fast 50 %

Durch das höhere Konzernergebnis einerseits und die leicht rückläufige Bilanzsumme andererseits erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 43,9 % im Jahr 2008 auf 49,3 %. Dabei stieg das Eigenkapital inklusive Minderheitsanteilen auf 501,4 Mio. EUR.

Die Nettoverschuldung der HARTMANN GRUPPE betrug zum Ende des Geschäftsjahrs 140,0 Mio. EUR. Nach dem akquisitionsbedingten Anstieg im Vorjahr konnte die Nettoverschuldung im Berichtsjahr wieder um 70,5 Mio. EUR abgebaut werden.

Zahl der Beschäftigten leicht zurückgegangen

Zum 31. Dezember 2009 lag die Zahl der Beschäftigten mit 9.515 um 67 Personen unter dem Stand des Vorjahresendes. Davon arbeiteten 3.770 in Deutschland, 5.745 waren an Standorten im Ausland tätig. Dies entspricht einem Verhältnis von 39,6 % zu 60,4 %.

Dividendenvorschlag 4,90 EUR pro Aktie

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 7. Mai 2010 vorschlagen, die Dividende von 3,60 EUR auf 4,90 EUR pro Aktie zu erhöhen. Mit diesem Gewinnverwendungsvorschlag liegt die Dividendenrendite, bezogen auf den Jahresendkurs 2009, bei 3,0 %.

Profitables Wachstum auch 2010 angestrebt

HARTMANN ist vorsichtig optimistisch, seinen Wachstumskurs im medizinischen Kerngeschäft auch im Jahr 2010 fortsetzen zu können. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war erneut zu beobachten, dass sich die Gesundheitsbranche, bezogen auf die HARTMANN-Sortimente, als relativ unabhängig von Konjunkturschwankungen erweist. Zwar geht das Unternehmen auch 2010 von einer Fortsetzung dieser Entwicklung aus, erwartet jedoch aufgrund der hohen Verschuldung vieler Staaten infolge der Konjunkturprogramme und einer steigenden Arbeitslosigkeit einen stärkeren Sparzwang in den nationalen Gesundheitssystemen mit entsprechendem Preisdruck. Überdies rechnet HARTMANN mit steigenden Rohstoffpreisen infolge reduzierter Kapazitäten. Die Umsetzung des Programms HARTMANN 2011 soll dazu beitragen, die Produktivität der internen Strukturen weiter zu erhöhen. Bei den weiteren Konzernaktivitäten soll die Ertragssituation weiter verbessert werden.

Vorstandsvorsitzender Dr. Rinaldo Riguzzi fasst den Ausblick auf das laufende Jahr anlässlich der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart so zusammen: "Für 2010 sehen wir uns trotz des schwieriger werdenden Marktumfelds gut aufgestellt. Auch wenn in den ersten Monaten die pandemiebedingt erhöhten Lagerbestände unserer Kunden erst noch abgebaut werden müssen, gehen wir für das laufende Jahr von weiterem Wachstum aus. Unter Abwägung aller Einflussfaktoren sind wir vorsichtig optimistisch, unser operatives Konzernergebnis weiter zu erhöhen."

Quelle: Pressemeldung PAUL HARTMANN AG

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