Gesundheitsminister Söder: Bayern reagiert auf Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft

23.11.2009 | München
Die Versorgung älterer Menschen in Krankenhäusern soll weiter verbessert werden. Dazu wurde heute im Krankenhausplanungsausschuss der Ausbau der Akutgeriatrie an bayerischen Kliniken beschlossen. Dies berichtete Dr. Markus Söder, Gesundheitsminister, nach der Entscheidung im Krankenhausplanungsausschuss heute in München.

"Wie wir mit unseren Eltern und Großeltern umgehen, zeigt den Charakter unserer Gesellschaft", erklärte Söder. Der Entschluss unterstreiche die soziale Gesundheitspolitik im Freistaat. Mit dem Fachprogramm Akutgeriatrie reagiere Bayern auf die Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft, so Söder. In Kliniken sollen künftig nicht nur akute Krankheiten von älteren Menschen behandelt, sondern auch andere bestehende Leiden bei der Therapie berücksichtigt werden. Mit dem neuen Fachprogramm sollen bayerische Kliniken motiviert werden, bereits bestehende und bewährte geriatrische Rehabilitationseinrichtungen zu ergänzen. Anforderungen an die neuen Akutgeriatrien sind u. a., dass dort ein Spezialist für Altersmedizin tätig ist und das Pflegepersonal zusätzlich speziell geschult wird. Krankenhäuser können ab sofort entsprechende Anträge stellen.

Das Fachprogramm Akutgeriatrie entwickelt das Bayerische Geriatriekonzept von 1990 weiter. Damit wurde ein Netz an wohnortnahen geriatrischen Rehabilitationseinrichtungen aufgebaut. Heute verfügt Bayern über 67 geriatrische Rehabilitationseinrichtungen und 2.863 Betten, sowie über neun Einrichtungen zur ambulanten geriatrischen Rehabilitation. So könne die Einweisung in ein Pflegeheim oft vermieden werden. "In fast 90 Prozent der Fälle können Patientinnen und Patienten wieder in ihr Zuhause zurückkehren", berichtet Söder. 2010 will das Gesundheitsministerium die ambulante Geriatrie und die häusliche Versorgung älterer Menschen stärken.

In Bayern wurden 2005 rund 360.000 Patienten in Krankenhäusern behandelt, die über 80 Jahre alt waren. Für das Jahr 2015 rechnet man mit 420.000 Patienten über 80 Jahren, im Jahr 2025 mit 600.000 Patienten.

Quelle: Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

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