Für präzise Diagnostik ohne Strahlenbelastung

22.03.2010 | Heidelberg
Kinder reagieren besonders sensibel auf Röntgenstrahlung. Wie diagnostische Verfahren ohne Strahlenbelastung in der klinischen Praxis weiter ausgebaut werden können, prüfen Kinderradiologen am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg mit finanzieller Unterstützung der Joachim Siebeneicher-Stiftung. Nun hat die Stiftung im Januar 2010 die weitere Förderung über drei Jahre mit insgesamt 216.000 Euro zugesagt.

Die Joachim Siebeneicher Stiftung wurde 1974 von Dr. Joachim Siebeneicher und seiner Ehefrau Charlotte gegründet. Die Stiftung fördert unter anderem Projekte in der biomedizinischen Forschung, im öffentlichen Gesundheitswesen sowie in der Jugend- und Altenhilfe und vergibt alle zwei Jahre einen Forschungspreis an exzellente Nachwuchs-Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Heidelberg.

Bereits seit 2006 unterstützt die Siebeneicher-Stiftung die Heidelberger Kinderradiologie, bisher mit insgesamt 360.000 Euro z.B. bei der Finanzierung von Forschungsprojekten in der Magnetresonanztomografie. Mit dem modernen Tomographen können die Heidelberger Experten Herz und Lunge in ihrer Bewegung exakt darstellen und so z.B. angeborene Gefäßfehlbildungen oder entzündliche Veränderungen in der Lunge präzise und ohne Strahlenbelastung diagnostizieren.

Kinder mit chronischen Erkrankungen profitieren von Kernspintomographie

"Wir forschen intensiv daran, wie wir diagnostische Methoden mit Röntgenstrahlen durch Methoden ohne Strahlenbelastung ersetzen können", sagt Privatdozent Dr. Jens-Peter Schenk, Leiter der Sektion Kinderradiologie. So etablierte das Team der Heidelberger Kinderradiologie die Kernspintomographie in der Diagnostik von Lungenerkrankungen, wofür zuvor die Computertomographie, ein Verfahren mit hoher Strahlenbelastung, herangezogen wurde. "Im vergangenen Jahr profitierten insbesondere die an Schweinegrippe erkrankten Kinder mit schweren Verläufen von den neuen strahlungsfreien Methoden der Bildgebung", so der Kinderradiologe.

Dank der Förderung können die Forschungsprojekte nun weitergeführt und neue begonnen werden. "Wir arbeiten daran, die strahlungsfreie Diagnostik von chronischen Nierenerkrankungen oder Lungenschäden bei Kindern mit Mukoviszidose zu verfeinern", erklärt Dr. Schenk. Gerade bei Mukoviszidose sind genauere Informationen über die Ausprägung der Erkrankung wichtig für die weitere, individuelle Therapie.

Forschung an strahlenfreier Diagnostik für Kinder hat in Heidelberg lange Tradition

Die Kinderradiologie der Radiologischen Universitätsklinik Heidelberg ist als Kompetenzzentrum für Pädiatrische Radiologie in Baden-Württemberg eines der wenigen Zentren in Deutschland, das auf die Diagnose von Erkrankungen im Kindesalter spezialisiert ist: Jährlich werden hier rund 25.000 Untersuchungen an ca. 12.000 Kindern und Jugendlichen vorgenommen. Die moderne technische Ausstattung auf höchstem medizinischen Niveau erlaubt Untersuchungen bei Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit minimaler Strahlenbelastung. Ein weiterer Schwerpunkt der Kinderradiologie Heidelberg ist neben dem Ausbau der Kernspintomografie die Ultraschalldiagnostik.

Die Forschung an einer schonenden Diagnostik für Kinder hat in Heidelberg lange Tradition: Bereits seit 1984 entwickelten die Heidelberger Kinderradiologen unter Leitung von Professor Dr. Jochen Tröger, seit 2008 im Ruhestand, die strahlenfreie Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen dahingehend weiter, dass u.a. nun auch Harnwegsinfektionen oder Darminvaginationen auf diese Weise untersucht werden können.

Quelle: Pressemeldung Universitätsklinikum Heidelberg

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