Früh erkennen, Leben retten: TK-Fragebogen zeigt Darmkrebsrisiko
Oft liegt das Darmkrebsrisiko in der Familie: Bei einem Drittel aller Patienten war zuvor bereits ein enger Verwandter betroffen. Und bei fast jedem Zehnten löst ein Gendefekt, der sich mit einem einfachen Test nachweisen lässt, den Darmkrebs aus. "Menschen, bei denen bestimmte Gene verändert sind, erkranken mit 80- bis 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit. Nur eine engmaschige Früherkennung kann ihr Leben retten", sagt Professor Dr. Jürgen Riemann. Der Internist ist Vorstandsmitglied des BDI und Initiator der für den Kampf gegen Darmkrebs gegründeten Stiftung "LebensBlicke".
Ein Fragebogen ist der erste Schritt, um herauszufinden, ob man zu einer der Risikogruppen gehört. Interessierte können ihn auf der TK-Homepage unter www.tk-online.de (Suchwort "Darmkrebsrisiko") in wenigen Minuten ausfüllen. Das Ergebnis gibt's auf Knopfdruck.
Zeigt der Test ein erhöhtes Risiko, bietet "Familien vor Darmkrebs schützen" direkte Hilfe. An erster Stelle steht dabei ein Beratungsgespräch bei einem Internisten oder seit neuestem auch bei einem besonders qualifizierten Hausarzt. Heute haben TK und BDI den Vertrag dahingehend erweitert. "Hausärzte und Internisten sind über die Initiative mit Humangenetikern in ganz Deutschland vernetzt", so Riemann. "Auch das ist neu: Bisher waren für die so genannte Mutationsanalyse nur einige Humangenetische Zentren in das Projekt eingebunden." Dabei untersuchen die Experten das Erbgut auf eine genetische Anlage für Darmkrebs und finden so heraus, wer ein besonderes Risiko in sich trägt. Betroffenen hilft im Anschluss eine engmaschige Früherkennung mit regelmäßigen Darmspiegelungen, um im Fall der Fälle rechtzeitig eingreifen zu können.
Dr. Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung, hat den Fragebogen mit entwickelt und ist von der Initiative überzeugt: "Das Tückische an Darmkrebs ist, dass er lange Zeit keine Symptome verursacht", so Maar. "Treten erste Krankheitszeichen auf, ist der Krebs meist schon fortgeschritten und kann oft nicht mehr geheilt werden. Je mehr Menschen um ihr persönliches Risiko wissen und konsequent zur Früherkennung gehen, umso mehr Leben können wir retten."
Quelle: Pressemeldung Techniker Krankenkasse
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