Freudenberg will Vorrang für Sicherheit

01.07.2008 | Weinheim
Mit Sicherheit preiswürdig

Der „Safety Scout" zieht sich die Sicherheitsweste über und startet seinen Rundgang. Der Blick ist heute besonders geschärft auf alles, was seine Kollegen irgendwie gefährden könnte. Der Auszubildende in der Lehrwerkstatt von Freudenberg trägt ab heute einen Monat lang eine besondere Verantwortung.

Wer schon mindestens zwei Jahre bei Freudenberg lernt, kann diese Aufgabe übernehmen, gemeinsam mit einem bereits erfahrenen Kollegen, der dann schon seit zwei Wochen dieses Amt bekleidet. Einsatzort für die Nachwuchstalente in Sachen Sicherheit ist die gesamte Lehrwerkstatt in Weinheim, insbesondere die Werkzeugausgabe. Die Safety Scouts sind dafür verantwortlich, dass nur geprüfte und sichere Betriebsmittel ausgehändigt werden. Dazu gehört unter anderem, dass diese den gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen entsprechen. Außerdem machen die Scouts Rundgänge und schauen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Fällt ihnen ein Sicherheitsverstoß auf - ein falsch verlegtes Kabel oder ein zugestellter Notausgang, so dürfen und sollen sie handeln. Gegenüber anderen Auszubildenden sind sie sogar weisungsbefugt. Sie können zusätzlich immer auf die Unterstützung der Fachkraft für Arbeitssicherheit und des Sicherheitsbeauftragten zählen.

„Als Safety Scouts lernen die jungen Menschen bereits von Anfang an, wie wichtig Sicherheit ist", sagt Roland Watzal, Initiator des Projekts. „Sie kommen bei ihren Altersgenossen damit richtig gut an, weil sie auf gleicher Augenhöhe mit ihnen sprechen", sagt der Leiter Technische Ausbildung. Die Suche nach Gefahren und Lösungen für sicheres Arbeiten hat noch einen Nebeneffekt: Die Qualität beim Arbeiten wird durch die kritischen Blicke und konstruktiven Hinweise der Safety Scouts noch weiter gesteigert. Der Einsatz für das gesundheitliche Wohl aller lohnt doppelt: erstens sind Kenntnisse in der Arbeitssicherheit ein gutes Rüstzeug für alle weiteren Stationen des beruflichen Lebens; zweitens gibt es am Ende des Einsatzes als Scout ein Zertifikat.

Diese Aktivität, die sich ein Sieger-Projekt eines Freudenberg Unternehmens in Korea von 2003 als Vorbild genommen hat, wurde jetzt von der Unternehmensleitung im Rahmen des „We all take care"- Programms als „Best Follower" prämiert. Dr. Martin Stark, Mitglied der Unternehmensleitung betonte bei der Preisverleihung, dass das Thema Sicherheit in der Produktion nicht im Gegensatz zu anderen Zielen stehe, genau das Gegenteil sei der Fall. „Eine gute Fabrik zeichnet sich dadurch aus, dass sie in puncto Arbeitssicherheit genauso wie in puncto Effizienz und Qualität exzellent ist. Dann ist es eben kein Zufall mehr, wenn ein Standort unfallfrei ist", so Dr. Stark. Er forderte dazu auf, gerade mit Beinaheunfällen offen umzugehen. „Wir müssen ehrlich zu uns selbst sein und gerade die loben, die sich getrauen auf Unsicherheiten hinzuweisen."

Mehr als 300 Aktionen haben sich in diesem Jahr um den „We all take care" Preis für besseren Arbeitsschutz und für Verbesserungen im Umweltschutz beworben. Jährlich beteiligen sich mehrere hundert Teams mit Ideen und konkreten Taten an dem „We all take care" Programm, das an mehr als 170 Standorten in 53 Ländern, von Norwegen bis Südafrika, von Argentinien bis China durchgeführt wird. Es ruft jeden einzelnen Mitarbeiter dazu auf, die Arbeitssicherheit für sich und für seine Kollegen zu erhöhen, die Gesundheit noch besser zu schützen und den Umweltschutz zu verbessern.

Freudenberg-Mitarbeiter aus Deutschland, Italien und Mexiko erhielten jetzt als Vertreter ihrer Standorte die Auszeichnung aus den Händen von Dr. Martin Stark. Freudenberg Vliesstoffe in Weinheim erhielt den ersten Preis für ein Schulungsprogramm der Mitarbeiter und Training der Vorgesetzten. Die Freudenberg Geschäftsgruppe hat gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft Leder in mehrmonatigen Schulungen die betrieblichen Vorgesetzten zum Thema Arbeitssicherheit weitergebildet. Der zweite Platz ging gleich an zwei Preisträger. Der mexikanische Standort Cuautla von Freudenberg-NOK General Partnership war schon vor zwei Jahren mit einem Konzept zur Unfallvermeidung unter den Preisträgern. Die Mexikaner bauten das Programm zu einer aktiven Gesundheitsvorsorge mit kostenlosen Untersuchungen und Behandlungen aus. Diese Initiative, gemeinsam mit der staatlichen Gesundheitsfürsorge, ist zu einem Pilotprojekt für andere Unternehmen in Mexiko geworden.

Ebenfalls einen zweiten Platz belegten die beiden Standorte der Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik, Freudenberg Stanz- und Umformtechnik in Weinheim/Deutschland und FAPAM in Luserna San Giovanni/ Italien. In Weinheim wurden die gefährlichen Gabelstapler komplett aus der Produktion verbannt, das Schwesterwerk in Italien ist auf dem Weg zur staplerfreien Fabrik. Der dritte Preis ging nach Neuenburg zu Freudenberg Anlagen- und Werkzeugtechnik für eine pfiffige Idee zur Verbesserung der Sicherheit bei der Maschinenbestückung. Die Projekte sollen als Beispiel dienen und zur Nachahmung anregen. Auch dieser erfolgreiche Wissenstransfer wird als Best Follower Award honoriert. Und diesen erhielt eben in diesem Jahr der Safety Scout der Lehrwerkstatt Weinheim.

Quelle: Pressemeldung Freudenberg & Co. Kommanditgesellschaft

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