Die Schilddrüse

30.07.2010 | Bielefeld
Auf den ersten Blick scheint es, als sei die Schilddrüse eine unauffällige Hormondrüse unterhalb des Kehlkopfes. Sie ist jedoch nicht nur für die Jodspeicherung und Hormonbildung verantwortlich: Sie spielt sowohl für den Energiestoffwechsel als auch das Körper- und Zellwachstum eine wichtige Rolle und übernimmt somit vielfältige Funktionen im Körper. Eine fehlerhaft arbeitende Schilddrüse kann aus diesem Grund zahlreiche Einschränkungen bedeuten.

Jeder dritte Deutsche leidet unter einer Funktionsstörung der Schilddrüse. Experten unterscheiden diesbezüglich Schilddrüsenüber- und -unterfunktion. Beide Phänomene äußern sich auf unterschiedliche Weise und sind individuell variabel. Betroffene wissen aus diesem Grund nicht immer von ihrer Einschränkung und auch die Diagnose durch einen Mediziner gestaltet sich oftmals schwierig.

Die Gefahr, die von einer Fehlfunktion der Schilddrüse ausgeht, ist jedoch ausgesprochen hoch, da die Schilddrüse die körperliche Leistungsfähigkeit beeinflusst und maßgeblich zum Wohlbefinden eines jeden Menschen beiträgt. Eine fehlerhaft arbeitende Hormondrüse kann die Lebensqualität enorm einschränken. Frauen mit Unter- oder Überfunktion können sogar Zyklusstörungen erleiden, die Unfruchtbarkeit zur Folge haben.

Schilddrüsenüber- und -unterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren sein. Doch auch Krebserkrankungen, Entzündungen, operationale Eingriffe, Radiojodtherapien und die Einnahme bestimmter Medikamente können bewirken, dass die Schilddrüse weniger Hormone herstellt. Anzeichen auf die verminderte Funktion der Hormondrüse zeigen sich häufig jedoch erst nach und nach. Eine Vielzahl Betroffener leidet zwar schon frühzeitig unter Antriebslosigkeit und andauernder Müdigkeit. Weitere Anzeichen wie Verstopfung, brüchige Haare und Nägel, Wassereinlagerungen, niedriger Blutdruck, ständiges Frieren und Gewichtszunahme treten allerdings nicht immer sofort nach der Störung auf.

Auch die Symptome einer Überfunktion können schleichend erscheinen und sind nicht minder drastisch. Gewichtsverlust, häufiges Schwitzen, Haarausfall, ein erhöhter Puls und Durchfall sind mögliche Anzeichen dafür, dass die Schilddrüse mehr Hormone ausschüttet als der Körper benötigt. Auch das Zentrale Nervensystem ist von dem Hormonüberschuss betroffen. Die Folgen sind Schlaflosigkeit, Nervosität und Stimmungsschwankungen. Besonders häufige Ursachen für Schilddrüsenüberfunktion sind Erkrankungen wie Morbus Basedow und funktionelle Autonomie. Doch auch Entzündungen, Krebs und die Einnahme jodhaltiger Substanzen können den Überschuss an Schilddrüsenhormonen bewirken.

Quelle: Pressemeldung Betriebskrankenkasse (BKK) Dr. Oetker

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