Deutsche gegen Einheitsversicherung
Eine deutliche Mehrheit der Versicherten spricht sich laut Umfrage für eine Ausweitung des Wettbewerbs aus. 61 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass die langfristige Sicherung niedriger Beitragssätze vor allem durch mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen erreicht werden könne. Jeder Zweite (52 Prozent) wäre grundsätzlich bereit, seine Krankenkasse für einen günstigeren Anbieter zu wechseln. Damit ist die Wechselbereitschaft der Versicherten in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und die Höhe der Beitragssätze ist ein eindeutiges Entscheidungskriterium. Immerhin 64 Prozent bewerten den Beitragssatz als "sehr wichtig".
In der Hoffnung auf mehr Wahlfreiheit und mehr Wettbewerb können sich die Versicherten durchaus vorstellen, einige Leistungen aus eigener Tasche zu zahlen und einen Teil der Kostenverantwortung mitzutragen. So sieht sich die Mehrheit der Befragten in der Pflicht, besondere Zusatzleistungen selbst zu finanzieren. Nur 30 Prozent lehnen eine Eigenbeteiligung grundsätzlich ab. Zwei Drittel (65 Prozent) erwarten jedoch im Gegenzug eine effizientere Verwendung vorhandener Mittel.
Ein absolut eindeutiges Votum gab es für die Freigabe des Versandhandels mit Medikamenten. 71 Prozent befürworten eine solche Liberalisierung. Für die Ausgliederung versicherungsfremder Leistungen sprachen sich 51 Prozent der Befragten aus. 47 Prozent bewerteten die Übernahme rezeptfreier Medikamente durch den Patienten positiv. Ein Eintrittsgeld beim Facharzt sowie die Ausgliederung von Zahnersatz und Krankengeld wurden jedoch mehrheitlich abgelehnt. Auch die Einführung einer Bürgerversicherung wurde kritisch gesehen. Nur 40 Prozent der Befragten sahen hierin eine sinnvolle Reformmaßnahme.
Populär sind hingegen die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Bonus-Modelle. Einem Beitragsnachlass bei Nachweis regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen stimmen 88 Prozent zu, 79 Prozent würden gerne ihre Beiträge zumindest teilweise zurück erstattet bekommen, wenn sie keine Leistungen in Anspruch genommen haben und 63 Prozent bevorzugen einen Bonus für eine gesunde Lebensweise.
Interessant war eine weiteres Ergebnis: bei der Auswertung der verschiedenen Antworten zu Bonusmodellen, zum Wettbewerb und zu den Reformideen kristallisierten sich vier Versichertentypen heraus, die jeweils bestimmten Kassenarten zuzuordnen waren. Bei der BIG fanden sich alle Gruppen gleichmäßig verteilt, mit leichtem Schwerpunkt bei den "Gesellschaftlich Verantwortlichen", die ihren Einfluss auf das Gesundheitswesen überdurchschnittlich hoch einschätzen und Wettbewerb sowie Bonusmodellen besonders aufgeschlossen gegenüber stehen.
Die detaillierte Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier (PDF ca. 270 KB) auf unseren Webseiten.
Quelle: Pressemeldung BundesInnungskrankenkasse Gesundheit, kurz: BIG direkt gesund
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