Bessere medizinische Werte, häufigere Kontrollen, niedrigere Sterblichkeit

30.06.2009 | Berlin
Behandlungsprogramme verbessern die Versorgung chronisch Kranker. Durch die Einführung der Disease-Management-Programme (DMPs) der gesetzlichen Krankenkassen vor sechs Jahren hat sich die Qualität der Versorgung für chronisch kranke Patientinnen und Patienten in Deutschland deutlich verbessert. Das belegen mehrere Studien, die heute im Rahmen einer Konferenz des AOK-Bundesverbandes zur Versorgung chronisch Kranker vorgestellt worden sind.

"Die positiven Ergebnisse zeigen, dass wir mit den strukturierten Behandlungsprogrammen den richtigen Weg eingeschlagen haben", sagt Dr. Herbert Reichelt, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. "Allein in die Programme der AOK haben sich schon mehr als 2,6 Millionen Versicherte eingeschrieben. Der neue Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen, der sich an der Verteilung der Krankheitsrisiken orientiert, eröffnet der AOK nun neue Chancen für ein hochwertiges Versorgungsmanagement zum Wohle ihrer Versicherten."

Bessere Werte bei Herzpatienten

Bei Patienten, die kontinuierlich am Disease-Management-Programm der AOK für Patienten mit Koronarer Herzkrankheit (KHK) teilnehmen, verbessern sich die medizinischen Werte im Verlauf der Teilnahme deutlich. Das zeigt eine bundesweite Auswertung der Evaluationsinstitute infas, Prognos und WIAD (Wissenschaftliches Institut der Ärzte Deutschlands) zu den AOK-Programmen. So verringerte sich zum Beispiel der Anteil der Patienten, die infolge ihrer Erkrankung an Brustschmerzen (Angina pectoris) litten, um rund 20 Prozent. Allerdings sind Frauen noch immer häufiger davon betroffen als Männer: Während es bei den männlichen Patienten mit Brustschmerzen im Auswertungszeitraum von zweieinhalb Jahren einen Rückgang von 57 auf 39 Prozent gab, sank der Wert bei den Frauen von 69 auf 48 Prozent. Auch bei der Medikation zeigten sich positive Trends: Die Patienten erhielten häufiger eine leitliniengerechte Medikation.

Nach einer Studie des Helmholtz Zentrums München werden die notwendigen Kontrolluntersuchungen bei DMP-Teilnehmern sehr viel häufiger durchgeführt als bei Diabetikern in der Regelversorgung. So gaben knapp 83 Prozent der DMP-Teilnehmer an, dass in den letzten 12 Monaten die Augen untersucht worden waren, um diabetesbedingte Folgeschäden zu verhindern. Bei den Nicht-Teilnehmern waren es dagegen nur 59 Prozent. Es zeigte sich auch, dass die Teilnehmer der strukturierten Behandlungsprogramme häufiger zu ihrer Erkrankung geschult worden waren und häufiger die für ihre Erkrankung angezeigten Medikamente einnahmen.

Patienten mit mehreren Erkrankungen profitieren besonders von den DMP

Im Rahmen der Tagung wurden auch aktuelle Ergebnisse der ELSID-Studie des Universitätsklinikums Heidelberg vorgestellt. Danach gibt es bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, die am DMP teilnehmen, deutlich weniger Todesfälle als bei Patienten, die nicht in ein solches Programm eingeschrieben sind. Zudem ergaben die Auswertungen, dass vor allem Patienten mit mehreren Erkrankungen von der Teilnahme an einem DMP profitieren können: Die multimorbiden Patienten im DMP erzielten bei einer Befragung zu ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität deutlich bessere Werte als die Patienten in der Regelversorgung. Die positiven Er-gebnisse sind nach Einschätzung der Heidelberger Forscher vermutlich darauf zurückzuführen, dass durch regelmäßige Untersuchungstermine, Vereinbarung von Therapiezielen, Schulungen und gezielte Informationen im DMP gesundheitliche Komplikationen und Probleme bei den Patienten vermieden oder schneller erkannt werden. Zudem erhielten die Patienten im DMP mehr soziale Unterstützung.

Quelle: Pressemeldung AOK

Dieser Beitrag wurde bisher 55 mal gelesen.
(Rang 1259 auf krankenversicherungen-news24.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Welche Arten von Rentenversicherungen sind sinnvoll?

16.02.2012 | Private Rentenvorsorge ist heute wichtiger denn je. Bereits in jungen Jahren muss sich intensiv mit der...

weiter in Welche Arten von ...

Einheitliche internationale Lebensmittel-Standards für Bekämpfung von Unterernährung bei Kindern

18.11.2011 | Codex-Komitee für Ernährung und diätetische Lebensmittel berät über weltweite Richtlinien für Lebensmittel für...

weiter in Einheitliche internationale ...

Von modernen Metropolen bis zu ultrakalter Materie

16.11.2011 | DFG richtet 16 neue Graduiertenkollegs ein. Harter Wettbewerb zwischen Kollegs aus allen...

weiter in Von modernen Metropolen bis zu ...

Europäische Auszeichnung für BDI- Ehrenpräsident Dr. Gerd Guido Hofmann

09.11.2011 | Die U.E.M.S., die Europäische Fachärzte Union, hat den Ehrenpräsidenten des Berufsverbands Deutscher...

weiter in Europäische Auszeichnung für BDI- ...



Aktuelles

Welche Arten von Rentenversicherungen sind sinnvoll?

Private Rentenvorsorge ist heute wichtiger denn je. Bereits...

weiter ...

Neuigkeiten

Chirurgie- Intensivkurs für Ingenieure

Um die Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer...

weiter ...

Nach S&P bestätigt auch Fitch die Rating- Ergebnisse der Gothaer

Fitch Ratings hat gestern Abend das "A"-Rating für die...

weiter ...

Weitere Themen

Dr. Nikolaus Rauber in Bundesvorstand gewählt

Die Delegierten des Verbandes der niedergelassenen Ärzte...

weiter ...

Top gestylt durch die kalte Jahreszeit mit Beinen in Bestform

Fashion-Blogger kreieren Herbst-Look für Gillette...

weiter ...

Archiv

Das Handy als Thermometer, Blutdruck- und Blutzuckermesser

Smartphones können bei Therapie und Gesundheitschecks helfen...

weiter ...

Belegärzte: Der 20 %ige Abschlag bei der Honorararztregelung muss weg!

Die Vergütungssituation der internistisch tätigen Belegärzte...

weiter ...

Verschiedenes

Zedernholzsohle gegen Fußgeruch

Zedernholz besitzt die Eigenschaft, dass es im geschnittenen...

weiter ...

DFG fördert acht neue Sonderforschungsbereiche

Themen von Nachhaltigkeit in der Fertigungstechnik bis zum...

weiter ...