Bedenkliche Entwicklung der Sterbehilfe in den Niederlanden

17.12.2004 | Berlin
Kritisch beurteilt Dr. Hans-Jürgen Thomas, Vorsitzender des Hartmannbundes, die aktuell in den Niederlanden geführte Diskussion zur Sterbehilfe. War vor zwei Tagen noch zu lesen, dass die Mediziner aller acht Unikliniken in den Niederlanden nach dem Recht verlangen, Neugeborene mit schweren Missbildungen töten zu dürfen so ist heute von der Sterbehilfe bei "Lebensmüden" die Rede.

Diese Entwicklung ist für Dr. Thomas nicht hinnehmbar: "Die "unerträgliche Aussichtslosigkeit", welche zwingende Voraussetzung für eine legale Sterbehilfe in den Niederlanden ist, geht naturgemäß mit einer Depression einher. Dieses Symptom nun als Legitimation für die Sterbehilfe zu betrachten ist paradox und unterminiert systematisch das Vertrauen der Patienten auf Besserung und die Chancen einer medizinischen Behandlung. Dies gilt auch für die Tötung Neugeborener, hier müssen Ärzte ein bestmögliches Leben ermöglichen, die Tötung kann und darf keine Lösung sein."

Dr. Thomas führt weiter aus, dass beide Diskussionen eine bedenkliche Abkehr von einer lebensbejahenden Ethik hin zu einer Auffassung, nach der nur ein gutes Leben lebenswert sei markierten. Der Verbandsvorsitzende fordert daher niederländische Ärzte und auch die Politik auf, einer weiteren Abkehr von der Heilung und Linderung als höchstem Ziel ärztlicher Tätigkeit zu verhindern. "Das Leben und nicht der Tod müssen im Mittelpunkt aller ärztlichen Entscheidungen bleiben", formuliert Dr. Thomas abschließend.

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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