AM-Gruppe: Deutliche Marktanteilsgewinne im Versicherungsgeschäft
Das entspricht einer Steigerung um 34,3 %. Lässt man die im laufenden Jahr erstmals einbezogenen Generali Lloyd-Gesellschaften (GL-Gesellschaften) mit Ausnahme der inzwischen fusionierten Unternehmen, Generali Krankenversicherung AG und Generali Rechtsschutz Versicherungs-AG, außer Acht, so ergibt sich ein Beitragszuwachs von mehr als 10 %, während der Markt einen Prämienanstieg um 2,2 % erwartet. Auch der Bausparsektor der Gruppe konnte sich in einem rückläufigen Bausparmarkt gut behaupten und rechnet bei einem Netto-Neugeschäft von 3,3 Mrd. Euro mit leichten Marktanteilsgewinnen. Sehr positiv entwickelt sich das im April 2000 aufgenommene neue Kerngeschäftsfeld "Vermögensanlage für Dritte". Bis zum Jahresende erwartet der Konzern, 35.000 Kundendepots zu verwalten.
Nach den gegenwärtigen Hochrechnungen wird der Konzern-Jahresüberschuss vor Eliminierung der Sondereffekte sichtlich über dem Vorjahreswert liegen und zweistellig wachsen. Auch nach Bereinigung der Sondereffekte verbleibt ein höheres Ergebnis als im Jahr 1999, obwohl sich die Integration der GL-Gesellschaften in den Unternehmensverbund ergebnisdämpfend auswirkt. Infolge der wiederum guten Geschäftsentwicklung geht die AMB von einer Dividendenzahlung zumindest auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 1,18 Euro) aus.
Aufgrund des Ausbaus der eigenen Vertriebsbereiche sowie der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Deutschen Vermögensberatung DVAG und der Commerzbank strebt die AM-Gruppe auch im kommenden Jahr ein überdurchschnittliches Wachstum und damit eine erneute Ausweitung der Marktposition an.
Der Geschäftsverlauf im Einzelnen
Zum positiven Geschäftsverlauf dieses Jahres haben alle Segmente - in unterschiedlichem Umfang - beigetragen:
Lebensversicherung
Insbesondere in der Lebensversicherung konnte sich die AM-Gruppe in den vergangenen Monaten sehr erfolgreich vom Markttrend abkoppeln. Das Neugeschäft in laufenden Beiträgen wird voraussichtlich bei 806 Mio. Euro liegen. Gegenüber dem von einem außerordentlichen Wachstum geprägten Vorjahr bedeutet dies zwar einen Rückgang um ./. 7,5 % einschließlich der GL-Gesellschaften, ohne diese ./. 19,0 %. Jedoch ist hierbei zu berücksichtigen, dass für den Markt eine deutlich stärkere Neugeschäftsverminderung prognostiziert wird. Vergleicht man das Neugeschäft in laufenden Beiträgen der AM-Gruppe des Berichtszeitraums 2000 mit dem nicht von externen Faktoren beeinflussten Jahr 1998, so ergibt sich hier eine Zuwachsrate von mehr als 40 %.
Die gebuchten Bruttobeiträge werden einschließlich der neu hinzugekommenen GL-Lebensversicherungen voraussichtlich um 37,4 % auf 6,5 Mrd. Euro steigen. Auf vergleichbarer Basis beträgt der Beitragszuwachs gegenüber dem Vorjahr 13,8 %. Auch dieser liegt deutlich über dem hochgerechneten Branchenwert von 2,3 %. Es ist davon auszugehen, dass sich der Abschlusskostensatz ebenso wie die Verwaltungskostenquote rückläufig entwickeln werden. Das Ergebnis aus diesem Teilsegment wird sich gegenüber dem Vorjahr sichtbar erhöhen.
Krankenversicherung
In der privaten Krankenversicherung erwartet die AM-Gruppe eine überdurchschnittliche Beitragssteigerung um 6,6% (Markt: 4,1 %) auf 1,1 Mrd. Euro. Darin findet auch die Fusion der Generali Krankenversicherung auf die Central Krankenversicherung ihren Niederschlag. Bei einem günstigen Schadenverlauf werden die Leistungen jedoch aufgrund höherer Aufwendungen für die Beitragsrückerstattung leicht stärker steigen als die Beiträge. Während die Abschlusskostenquote ebenfalls zunimmt, ist davon auszugehen, dass sich der Verwaltungskostensatz auf dem guten Vorjahresniveau bewegen wird. Nach den derzeitigen Hochrechnungen wird das Ergebnis dieses Teilsegments ebenfalls den Vorjahreswert übertreffen.
Schaden- und Unfallversicherung
Wie schon in den Vorjahren wird sich das Segment Schaden- und Unfallversicherung bei der AM-Gruppe auch im laufenden Geschäftsjahr besser entwickeln als im Branchendurchschnitt. Das Beitragsvolumen erhöht sich auf etwa 3,1 Mrd. Euro. Dies entspricht einer Zuwachsrate gegenüber dem Vorjahr einschließlich der GL-Versicherungen von 40,7 %. Unter Außerachtlassung dieser Unternehmen wird die Kompositversicherung noch immer um 4,5 % wachsen, was deutlich über dem erwarteten Marktwert von 1,2 % liegt. Diese Steigerung resultiert sowohl aus einem Anstieg des Neugeschäfts als auch aus Beitragserhöhungen in der Kraftfahrtversicherung und in einem geringen Umfang aus der Fusion der Generali Rechtsschutzversicherung mit der AdvoCard Rechtsschutzversicherung. Während sich die Schadenquote gegenüber dem Vorjahr vermindern dürfte, ist aufgrund des höheren Neugeschäfts mit einem leichten Anstieg des Brutto-Kostensatzes zu rechnen. Das Segmentergebnis wird den sehr guten Vorjahreswert wahrscheinlich leicht überschreiten.
Finanzdienstleistungen
Das Segment Finanzdienstleistungen umfasst erstmals neben dem Bauspargeschäft auch das neue Kerngeschäftsfeld "Vermögensanlage für Dritte". Es wird davon ausgegangen, dass die Zahl der Kundendepots bis zum Jahresende auf 35.000 Stück mit einem Volumen von rund 110 Mio. Euro zunimmt. Das gesamte - in erster Linie für die Gruppenunternehmen verwaltete - Fondsvermögen, d.h. Publikums- und Spezialfonds, wird voraussichtlich auf etwa 4 Mrd. Euro ansteigen.
Der Bausparsektor der AM-Gruppe entwickelte sich in einem schwierigen Umfeld insgesamt positiv. Nach den Hochrechnungen fällt der Rückgang im Netto-Neugeschäft weniger deutlich aus als im Durchschnitt der privaten Bausparkassen. Es wird sich auf 3,3 Mrd. Euro belaufen, so dass auch hier leichte Marktanteilsgewinne zu erwarten sind. Das Segmentergebnis wird nicht wesentlich vom Vorjahresniveau abweichen.
Kapitalanlagen und Kapitalerträge
Die Assets under Management (einschl. Depotforderungen, Kapitalanlagen aus der fondsgebundenen Lebensversicherung, liquiden Mitteln und Baudarlehen) werden ausgehend von der derzeitigen Kapitalmarktsituation zum Jahresende etwa 70 Mrd. Euro betragen, was einer Steigerung um rund 20 % entspricht. Das daraus erzielte Netto-Kapitalanlageergebnis wird den entsprechenden Vorjahreswert um 29,2% übertreffen. Ohne die GL-Gesellschaften beträgt der Zuwachs 11,8 %. Bereits berücksichtigt sind Aufwendungen in Höhe von rund 30 Mio. Euro im Zusammenhang mit der Beteiligung an der Blumenauer Immobilien Holding GmbH. Neben dem Anstieg der laufenden Kapitalerträge und der Veräußerungsgewinne ist diese hohe Zuwachsrate auf die inzwischen eingetretene Verpflichtung zur Konsolidierung von Spezialfonds zurückzuführen.
Konzern-Jahresüberschuss
Der Konzern-Jahresüberschuss wird sich nach den Prognosen wiederum erfreulich entwickeln. Unter Einbeziehung der gegenüber dem Vorjahr zusätzlich erfassten Ergebnisse aus den Spezialfonds ist von einer zweistelligen Zuwachsrate des Überschusses vor Bereinigung um Sondereffekte auszugehen.
Auch nach Bereinigung der insgesamt erzielten Überschüsse um Sondereffekte wird von einem weiteren Anstieg des Konzern-Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr ausgegangen, der ohne die Erfassung der GL-Gesellschaften allerdings höher ausfallen würde. Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass wegen der Diskussion um eine etwaige Änderung des Steuersenkungsgesetzes 2001 derzeit noch Unsicherheiten bezüglich des steuerlichen Sondereffektes bestehen.
Ausblick auf das Geschäftsjahr 2001
Für das kommende Geschäftsjahr 2001 ist von einem erneut überdurchschnittlichen Wachstum in allen Geschäftsbereichen der AM-Gruppe auszugehen. Grundstein hierfür ist der weitere Ausbau der gesellschaftseigenen Vertriebswege, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Deutschen Vermögensberatung DVAG sowie die Kooperation mit der Commerzbank, die durch die Erweiterung der Vertriebsvereinbarung zusätzliche Impulse erfahren wird.
In allen Segmenten des Versicherungsgeschäfts sind weitere Marktanteilsgewinne geplant. Darüber hinaus wird auch eine überdurchschnittliche Neugeschäftsentwicklung im Bausparsektor erwartet. Ein wesentlicher Beitrag dürfte aus der erweiterten Kooperation mit der Commerzbank resultieren. Angesichts der sehr positiven Resonanz des Investmentgeschäfts rechnet der Konzern mit einer Verdopplung der Assets under Management aus der "Vermögensanlage für Dritte".
Bei den Aufwendungen für Versicherungsfälle erwartet die AM-Gruppe im Jahr 2001 eine moderate Entwicklung. Die Verwaltungskostenquoten im Versicherungsgeschäft und Bausparsektor sollen sich als Folge der konsequenten Umsetzung der Ertragsverbesserungsmaßnahmen vermindern.
Aufgrund dieser insgesamt positiven Geschäftserwartung - die Integration der Generali Lloyd-Gesellschaften wird das Ergebnis in voraussichtlich deutlich gerinrerem Umfang belasten als im Jahr 2000 - ist die AM-Gruppe optimistisch, das Konzernergebnis erneut angemessen steigern zu können und die Ertragskraft des Verbundes weiter zu erhöhen.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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